ÖAMTC: 50 Jahre Gurtpflicht – Sicherheitsgurt rettet Leben

Wien (OTS) – Der Sicherheitsgurt im Auto ist ein wahrer Lebensretter.
Sowohl
Crashtests als auch die Unfallstatistik belegen das. Zwar ist die
Anschnallquote in Österreich durchaus hoch, dennoch verzichten nach
wie vor zu viele Menschen auf den lebensrettenden Schutz. Im Vorjahr
kamen 166 Pkw-Insass:innen ums Leben, 46 von ihnen waren nicht
angeschnallt (Quelle: Statistik Austria). Anlässlich des 50-jährigen
Bestehens der Gurtpflicht erinnert ÖAMTC Verkehrstechniker David Nosé
an die hohe Schutzwirkung des Sicherheitsgurts: “Der Gurt ist eine
der einfachsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen für mehr
Verkehrssicherheit. 508 Menschen verloren in den vergangenen zehn
Jahren unangeschnallt ihr Leben. Viele dieser Todesfälle wären bei
konsequenter Gurtnutzung wahrscheinlich vermeidbar gewesen.”

Gurtpflicht seit 1976 – Statistik zeigt Wirksamkeit des
Sicherheitsgurts

Am 15. Juli 1976 wurde mit der Einführung der Gurtpflicht ein
wichtiger Meilenstein für die Verkehrssicherheit in Österreich
gesetzt. Die Zahlen der Statistik Austria aus dem Vorjahr belegen die
Schutzwirkung eindrucksvoll. Nur zehn Prozent aller im Auto
gesicherten Personen trugen bei einem Crash schwere bis tödliche
Verletzungen davon. Bei ungesicherten Pkw-Insass:innen war diese
Quote mit 32 Prozent mehr als dreimal so hoch.

Wer sich nicht anschnallt, riskiert nicht nur sein Leben, sondern
auch eine Strafe. Seit Juli 1984 wird das Nichtanlegen des
Sicherheitsgurts mit einem Organmandat in Höhe von 50 Euro geahndet.
Beim Transport eines Kindes ohne entsprechende Rückhalteeinrichtung
droht eine Anzeige mit einem Strafrahmen von bis zu 10.000 Euro sowie
einer Vormerkung im Führerscheinregister.

Männer schnallen sich weniger oft an als Frauen

Der ÖAMTC erhebt regelmäßig die Gurtanlegequote in Pkw in den
österreichischen Landeshauptstädten. Bei der jüngsten Erhebung im
Frühjahr 2025 wurden insgesamt 20.160 Pkw-Insass:innen erfasst, von
denen 93,5 Prozent angeschnallt waren. „Auch wenn das nach viel
klingen mag, ist das Ziel natürlich eine Gurtanlegequote von 100
Prozent“, so Nosé. Die Erhebung hat auch gezeigt, dass sich Männer
deutlich weniger anschnallen als Frauen: Während Frauen eine
Anlegequote von 96 Prozent aufweisen, liegt jene der Männer mit 91,8
Prozent merklich darunter. Auch die Unfallstatistik bestätigt dieses
Bild: Männer zwischen 25 und 34 sowie zwischen 55 und 64 Jahren
weisen ein deutlich geringeres Gefahrenbewusstsein auf. In diesen
Altersgruppen lag der Anteil der nicht angegurtet Getöteten in den
letzten zehn Jahren mit jeweils rund 40 Prozent besonders hoch (
Quelle: Statistik Austria).

Moderne Sicherheitssysteme ohne Gurt so gut wie wertlos

Airbags, Fahrerassistenz- und andere Sicherheitssysteme haben die
Fahrzeugsicherheit in den vergangenen Jahrzehnten erheblich
verbessert. Dennoch ist der Sicherheitsgurt keineswegs überholt.
„Moderne Fahrzeugtechnik vermittelt vielen Lenker:innen und
Mitfahrenden ein trügerisches Gefühl der Unverwundbarkeit. Doch ÖAMTC
-Crashtests zeigen ganz klar: Moderne Sicherheitseinrichtungen
entfalten erst im Zusammenspiel mit dem angelegten Gurt ihren
bestmöglichen Schutz“, erklärt der Experte.

Ein weiterer Aspekt, den viele Lenker:innen unterschätzen, ist
die Gefahr vermeintlich harmloser Kollisionen bei niedrigen
Geschwindigkeiten. „Ein Aufprall bei nur 30 km/h entspricht einem
Sturz aus vier Metern Höhe im freien Fall. Ohne angelegten Gurt ist
es praktisch unmöglich, das eigene Körpergewicht allein mit Armen und
Beinen abzufangen. Der Gurt gehört bei jeder Fahrt dazu – auch auf
kurzen Strecken und bei niedrigen Geschwindigkeiten“, appelliert Nosé
abschließend.

Im Pkw Getötete gesamt / ohne Gurt (absolut und anteilig in
Prozent) in den letzten 10 Jahren

Jahr Gesamt ohne Gurt Anteil
2016 189 54 28,6 %
2017 182 64 35,2 %
2018 181 45 24,9 %
2019 200 56 28,0 %
2020 146 40 27,4 %
2021 161 48 35,2 %
2022 180 58 24,9 %
2023 178 47 26,4 %
2024 147 50 34,0 %
2025 166 46 27,7 %
Summe 1.730 508 29,4 %

Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC