ÖÄK-Wutscher: Die individuelle Medikamenteneinstellung von Patienten ist eine ausschließlich ärztliche Aufgabe

Wien (OTS) – „Ärztinnen und Ärzte sind aufgrund von 15 Jahren Studium
und
Ausbildung sowie der darauffolgenden langjährigen Erfahrung die
absoluten Experten in der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen.
Nur sie kennen ihre Patientinnen und Patienten sowie deren
Bedürfnisse und können daher sehr gut beurteilen, welches Medikament
individuell am wirksamsten und nebenwirkungsärmsten ist. Aber auch
bei Mehrfacheinnahme verschiedener Medikamente, der sogenannten
Polypharmazie, kann der Arzt am besten beurteilen, was für die
Behandlung optimal ist. Daher sollte auch dies eine ausschließlich
ärztliche Aufgabe sein“, unterstreicht Edgar Wutscher, Vizepräsident
der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der
niedergelassenen Ärzte.

Wutscher schiebt daher auch immer wieder kehrenden Vorstößen, die
damit spekulieren, dass auch andere Berufsgruppen die
Medikamenteneinstellung übernehmen könnten, einen Riegel vor: „Es
wäre geradezu fahrlässig, wenn Berufsgruppen mit wenigen Stunden
Medizin in ihrem Studium damit beginnen würden, die vom Arzt
verschriebene Medikation zu ändern. Die Expertise und Betreuung durch
die Ärztin bzw. den Arzt ist unerlässlich. Nur damit hat der Patient
immer die beste Betreuung.“

Nur die behandelnden Ärztinnen und Ärzte hätten den Überblick
über die gesamte Krankheitsgeschichte, Befunde, Indikationen und
Begleitumstände, so der ÖÄK-Vizepräsident: „Daher kann es
lebensgefährlich sein, Medikationen zu ändern oder gar abzusetzen!“