Wien (OTS) – „Frühzeitige Diagnose von Augenerkrankungen ermöglicht
eine wirksame
Behandlung und kann sogar vermeidbare Erblindung verhindern, nutzt
Peter Gorka, Augenarzt und Fachgruppenobmann für Augenheilkunde und
Optometrie in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), den Welttag des
Sehens am 9. Oktober, um einmal mehr auf die Bedeutung der
Früherkennung aufmerksam zu machen. Auch eigene präventive Maßnahmen
und ein gesunder Lebensstil seien wichtige und wirksame Mittel, um
das Risiko von Erkrankungen zu senken.
„Die Zahl der Menschen mit Seheinschränkungen steigt. In
Österreich gibt es über 3.000 blinde und rund 300.000 sehbehinderte
Menschen“, weist Gorka auf die Brisanz des Themas hin. Durch die
wachsende Lebenserwartung sei eine weitere Steigerung zu erwarten, da
viele Augenkrankheiten altersbedingte Ursachen hätten. Genetische
Faktoren oder Gefäßkrankheiten würden Erkrankungen ebenfalls
begünstigen. „Grauer Star (Katarakt), Grüner Star (Glaukom),
altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und die durch Zuckerkrankheit
ausgelöste diabetische Retinopathie (Netzhautschädigung) sind
Erkrankungen, die bei Erwachsenen häufig vorkommen. Kinder und
Jugendliche wiederum leiden oft an Schielen, Schwachsichtigkeit (
Amblyopie) und Kurzsichtigkeit (Myopie)“, berichtet Gorka aus der
Praxis.
Zwtl.: Rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung
Symptome von Erkrankungen könnten verschwommenes Sehen,
plötzliche Verschlechterung der Sehschärfe, Sehfeldverlust oder
Schmerzen sein. „Viele Augenerkrankungen verursachen aber lange Zeit
keine spürbaren Symptome und können daher nur durch regelmäßige
Untersuchungen rechtzeitig erkannt werden“, betont Gorka. „Bis zum
10. Lebensjahr – oft auch weit darüber hinaus – ist die Erkennung von
Fehlsichtigkeiten, insbesondere einer hohen Weit- und einer schnell
fortschreitenden Kurzsichtigkeit, nur unter Anwendung
muskelentspannender Augentropfen möglich.“ Heutzutage seien schon ab
der Geburt jährliche augenärztliche Kontrollen empfohlen und würden
auch von der Krankenkasse lebenslang unterstützt.
„Eine optimale Möglichkeit der Früherkennung bieten Fachärzte für
Augenheilkunde und Optometrie mit der augenärztlichen
Vorsorgeuntersuchung. Unter Einsatz modernster Technik bekommt man
hier sichere Diagnostik – und das flächendeckend und auf höchstem
medizinischem Niveau.“ Ersatzweise könne man bei modernen
Augenoptikern inzwischen auch medizinische Check-ups unter ärztlicher
Anleitung durchführen lassen, allerdings sei der Leistungsumfang hier
geringer und für Kinder seien die Check-ups ungeeignet. „Für fast
alle Seherkrankungen gibt es heute auch wirksame
Behandlungsmöglichkeiten: Von Medikamenten und Augentropfen über
Lasertherapien und operativen Eingriffen bis zur Anpassung von
Sehhilfen“, erklärt Gorka.
Zwtl.: Eigenverantwortung zählt
Man könne selbst aber auch viel tun, um das Risiko einer
Augenerkrankung zu senken. „Regelmäßige Bewegung und Spaziergänge
fördern die Durchblutung des Sehnervs und senken den Augeninnendruck.
Gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse liefert wichtige
Nährstoffe für die Augen.“ Zudem schütze der Verzicht auf Nikotin und
Alkohol die Gefäße und damit die Augengesundheit. Und auch
Erholungspausen von der Bildschirmarbeit seien für die Augen
essenziell. „Für Kinder, insbesondere wenn die Eltern kurzsichtig
sind, gilt: Zwei Stunden tagsüber Aufenthalt unter freiem Himmel,
Nahabstand beim Lesen nicht unter 30 cm und Vermeiden nicht
notwendiger Bildschirmzeit (Handy!)“, streicht Gorka abschließend
hervor.