St. Pölten (OTS) – Ein Erfolgsrezept im Notfall und in
Akutsituationen ist die
Vernetzung unterschiedlichster Versorgungseinrichtungen. „Nicht der
Hilfesuchende muss wissen, wohin er sich wendet, sondern das System
muss adäquat reagieren. Somit kann die optimale Versorgung im dafür
passenden Zeitraum in der dafür vorgesehenen Einrichtung erfolgen“,
erklären die beiden Notruf-Niederösterreich-Geschäftsführer Josef
Schmoll und Christian Fohringer einhellig.
Der Tag des 144er am 14.4. soll den Menschen zeigen, dass
niederschwellig bei Not- und Akutsituationen Hilfe herbeigeholt
werden kann – beginnend bei der Einstufung der Dringlichkeit schon
beim Anruf, über passende telefonische Anleitungen bis hin zur
Entsendung der adäquaten Hilfe.
Stellvertretend für rund 300.000 medizinische Notfälle in
Niederösterreich jährlich ist der Fall von Gerhard Reißner, der sehr
gut zeigt, wie wirksam das Modell ist: Eine Acute Community Nurse (
ACN) wurde – während seine Gattin Anna die telefonische Anleitung via
Notruf 144 erhielt – gemeinsam mit dem Rettungsteam vom Roten Kreuz
Haag zu ihm gerufen. Sie hatte ihn zu Hause regungslos aufgefunden –
ohne Atmung und Puls. Die ACN hat gemeinsam mit den Rotkreuz-Kollegen
sofort die Reanimation eingeleitet und mehrfach defibrilliert.
Parallel dazu wurden die Atemwegssicherung durchgeführt und ein
spezieller Zugang in den Knochen gelegt, um rasch die notwendigen
Medikamente zu verabreichen. Noch bevor ein Notarzt eingetroffen ist,
lief die Versorgung bereits strukturiert und für den Patienten
erfolgreich. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst konnte der Patient
schließlich stabilisiert werden – mit wiedereinsetzendem Kreislauf.
Dieser Einsatz zeigt, dass die frühe strukturierte telefonische
Anleitung, aber auch die hochqualifizierte Intervention durch die ACN
auch in kritischen Situationen entscheidend sein kann – sie
verbessert damit unmittelbar die Überlebenschancen.
NÖGUS-Vorsitzender und Landesrat Martin Antauer erklärt: „Acute
Community Nurses bringen hochqualifizierte akutpflegerische und
notfallmedizinische Versorgung direkt zu den Menschen und schließen
damit eine entscheidende Lücke im System: Sie helfen schnell vor Ort,
vermeiden durch akutpflegerische Maßnahmen unnötige
Spitalsaufenthalte und entlasten gleichzeitig Notaufnahmen und
Rettungsdienste. Als intensiv ausgebildete Notfallsanitäter können
sie in der Rettungskette einen entscheidenden Vorteil bringen. Die
bisherigen Ergebnisse der Interventionen zeigen klar, dass dieses
Modell wirkt – und deshalb werden wir es auf Basis einer externen
Evaluierung gezielt weiter ausbauen.“
„Wir haben gesehen, dass es im System eine Lücke gibt – zwischen
klassischem Notfall und hausärztlicher Versorgung. Genau für diese
Fälle wurden die Acute Community Nurses entwickelt – als
Zusatzangebot zu den anderen Dienstleistungen von Notruf
Niederösterreich. Der Tag des 144ers am 14.4. zeigt, wie wichtig eine
zentrale Integration unterschiedlichster Gesundheitsdienstleistungen
sowie die korrekte Dringlichkeitseinstufung und telefonische
Unterstützung am Notruf ist – und das qualitätsgesichert“, sind die
Geschäftsführer Josef Schmoll und Christian Fohringer überzeugt.
Wie wichtig eine qualitätsgesicherte telefonische Anleitung von
Erste-Hilfe-Maßnahmen ist, zeigt der Einsatz bei Familie Reißner. Das
Zusammenspiel durch den Notrufexperten, der die Situation vor Ort
gemeinsam mit der Gattin korrekt einschätzen und zugleich die Erste-
Hilfe-Maßnahmen bereits am Notruf anleiten konnte, bis hin zum
gemeinsamen Einsatz des Roten Kreuzes Haag und der ACN, zeigt
eindrucksvoll die Wirksamkeit des Systems“, zeigen sich die beiden
Geschäftsführer erfreut.
Im Mai wird die lang erwartete externe Evaluierung des Systems
ACN präsentiert. Diese wird den eingeschlagenen Weg bestätigen. Die
bisherigen Erkenntnisse zeigen bereits sehr klar, dass das Angebot
gut angenommen wird und die Zufriedenheit hoch ist. Gleichzeitig sind
messbare Effekte bei der Entlastung des Systems erkennbar. Das ist
entscheidend, weil Gesundheitspolitik auf Basis von Daten und nicht
von Annahmen gemacht werden muss. „Und genau daraus ergibt sich auch
der nächste Schritt: Wir werden dieses Modell weiter ausbauen. Die
Evaluierung ist kein Endpunkt, sondern die Grundlage dafür, Acute
Community Nurses gezielt weiter in die Fläche zu bringen und noch
besser in das bestehende System zu integrieren“, so der NÖGUS
Vorsitzende Martin Antauer abschließend.
Nähere Informationen unter der E-Mail [email protected] ,
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