St. Pölten (OTS) – Mehr als 100 Stellungnahmen sind im
Begutachtungsverfahren
eingegangen. Von Interessensvertretungen, Unternehmen und
Privatpersonen. Diese Ideen wurden gesichtet und eingearbeitet. Mit
dem heutigen Beschluss wurde die modernste Bauordnung aller neun
Bundesländer geschaffen.
„Unser Ziel war es, dass Bauen und Sanieren einfacher und vor
allem günstiger werden. Denn die zusätzlichen Kosten, die durch
Bauauflagen entstehen, beeinflussen das Bauen und somit den Preis
beim Wohnen, also die Mietkosten für die Bewohnerinnen und Bewohner,
und im Eigentum erheblich! Gleichzeitig wird die Umbauordnung
Ortskerne stärken und den Flächenverbrauch reduzieren,“ betont
Christiane Teschl-Hofmeister, Landesobfrau des Niederösterreichischen
Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes (NÖAAB).
Die wesentlichen Eckpunkte der Novellierung:
Wenn durch eine Sanierung oder Nutzungsänderung keine wesentliche
Verschlechterung der Bestandssituation eintritt, entfällt die Pflicht
das Gebäude auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Gewisse
Vorgaben (beispielweise die Belichtung oder der Schallschutz) werden
bei der Sanierung komplett gestrichen. Auch die
Stellplatzverpflichtung wird für den geringfügigen Ausbau von
Altgebäuden gelockert werden. Ebenfalls können bestehende Gebäude
abgerissen werden, und folglich innerhalb derselben Form und Größe (
Kubatur) wiedererrichtet werden, auch wenn sie nicht mehr den
heutigen gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Bauklasse, Bauhöhe und
Bauwich sollen bei der Wiederrichtung eines bestehenden Gebäudes
unbeachtlich sein. Allerdings in Gemeinden mit Bebauungsplan bedarf
es der Zustimmung des Gemeinderates. Letzt endlich wird durch das
Streichen von Normen und dem Straffen von Verfahren die Bauverfahren
vereinfacht und mehr Flexibilität für die Häuslbauer geschaffen.
„Ich freue mich, dass es uns binnen kürzester Zeit gelungen ist
die NÖ Bauordnung zu novellieren, um zeitgemäße rechtliche
Rahmenbedingungen zu schaffen, wertvolle Grünflächen zu erhalten
sowie weniger Boden zu versiegeln. Damit wird Bauen und Sanieren
insgesamt leistbarer und einfacher, denn günstiges und effizientes
Bauen spielt eine zentrale Rolle für die nachhaltige Entwicklung
Niederösterreichs und die beste Zukunft unserer Kinder“, so Teschl-
Hofmeister abschließend.