Niederösterreich schafft die modernste Bauordnung aller neun Bundesländer

St. Pölten (OTS) – Auf Initiative des Niederösterreichischen
Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmerbundes (NÖAAB) und des NÖ Wirtschaftsbundes wurden in
Abstimmung mit dem VPNÖ-Landtagsklub ein umfassendes Reformpaket zur
NÖ Bauordnung auf Schiene gebracht, welches am Donnerstag im NÖ
Landtag beschlossen wird.

„Unser Ziel war es, dass Bauen und Sanieren einfacher und vor
allem günstiger wird. Denn die zusätzlichen Kosten, die durch
Bauauflagen entstehen, beeinflussen das Bauen und somit den Preis
beim Wohnen, also die Mietkosten für die Bewohnerinnen und Bewohner,
und im Eigentum erheblich!

Gleichzeitig wird die Umbauordnung Ortskerne stärken und den
Flächenverbrauch reduzieren. Ich freue mich, dass uns mit der Reform
der NÖ Bauordnung die modernste Bauordnung und Umbauordnung aller
neun Bundesländer gelungen ist und dass diese am kommenden Donnerstag
im NÖ Landtag beschlossen wird“, betont Christiane Teschl-Hofmeister,
Landesobfrau des Niederösterreichischen Arbeitnehmerinnen- und
Arbeitnehmerbundes.

Anhand einiger Beispiele erklärte Teschl-Hofmeister die
wesentlichen Eckpunkte der Novellierung: Wenn durch eine Sanierung
oder Nutzungsänderung keine wesentliche Verschlechterung der
Bestandssituation eintritt, entfällt die Pflicht das Gebäude auf den
aktuellen Stand der Technik zu bringen. Gewisse Vorgaben (
beispielweise die Belichtung oder der Schallschutz) werden bei der
Sanierung komplett gestrichen. Auch die Stellplatzverpflichtung wird
für den geringfügigen Ausbau von Altgebäuden gelockert werden.
Ebenfalls können bestehende Gebäude abgerissen werden, und folglich
innerhalb derselben Form und Größe (Kubatur) wiedererrichtet werden,
auch wenn sie nicht mehr den heutigen gesetzlichen Vorgaben
entsprechen. Bauklasse, Bauhöhe und Bauwich sollen bei der
Wiederrichtung eines bestehenden Gebäudes unbeachtlich sein.
Allerdings in Gemeinden mit Bebauungsplan bedarf es der Zustimmung
des Gemeinderates. Letzt endlich wird durch das Streichen von Normen
und dem Straffen von Verfahren die Bauverfahren vereinfacht und mehr
Flexibilität für die Häuslbauer geschaffen.

„Seit Jahrzehnten wächst die Bevölkerung Niederösterreichs
kontinuierlich, wodurch auch der Bedarf an Wohnraum stetig steigt.
Gleichzeitig nimmt die Zahl der Leerstände weiter zu. Vor diesem
Hintergrund und dem Ziel, wertvolle Grünflächen zu erhalten sowie
weniger Boden zu versiegeln, ist es uns gelungen zeitgemäße
rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um Bauen und Sanieren
leistbarer und einfacher zu machen, denn günstiges und effizientes
Bauen spielt eine zentrale Rolle für die nachhaltige Entwicklung
Niederösterreichs und die beste Zukunft unserer Kinder“, so Teschl-
Hofmeister abschließend.