Wien (OTS) – Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM)
präsentiert
den ersten Jahrgang seines neuen Fellowships Facing the Future . Das
gemeinsam mit der ERSTE Stiftung ins Leben gerufene
Forschungsprogramm versammelt führende Köpfe aus Politikwissenschaft,
Soziologie und Ökonomie unter der Leitung von IWM Albert Hirschman
Permanent Fellow Ivan Krastev .
Im Rahmen ihrer Projekte untersuchen die Fellows, wie
Grundpfeiler liberaler Demokratien – Freiheit, Solidarität,
Souveränität, Legitimität und Zugehörigkeit – in Zeiten
geopolitischer Rivalität, demokratischer Unsicherheit und
tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche neu verhandelt werden.
Die Frage, was Zukunftsgestaltung eigentlich bedeutet, steht
hierbei im Zentrum. Ivan Krastev bringt diesen Gedanken auf den
Punkt: „Zukunft ist nicht einfach das Morgen, sondern dasjenige
Morgen, für das man bereit ist, Opfer zu erbringen.“
Andreas Treichl, CEO der ERSTE Stiftung: „Neue Ideen sind die
Voraussetzung dafür, die Zukunft zu gestalten. Genauso wichtig ist
es, dass Menschen sich dazu austauschen und auch zusammenarbeiten.
Das Fellowship schafft dafür eine wichtige Grundlage.“
Den Auftakt bildet vom 22. bis 28. September eine Woche mit vier
öffentlichen Debatten und einem runden Tisch.
Zwtl.: Internationale Fellows
Der erste Jahrgang vereint neun Expert:innen aus Europa und den
USA, deren Forschungsprojekte aus unterschiedlichen Perspektiven an
die Kernfragen des Programms anknüpfen:
– Gazela Pudar Draško (Universität Belgrad) untersucht, wie
öffentliche Institutionen trotz politischer Polarisierung und
gesellschaftlicher Erschöpfung dem Gemeinwohl dienen können.
– Kristijan Fidanovski (wiiw, Wien) erforscht familienpolitische
Strategien als möglichen Raum ideologieübergreifender Zusammenarbeit.
– Laura K. Field (Niskanen Center, Washington, D.C.) analysiert die
kulturellen Grundlagen des Liberalismus und die Möglichkeiten seiner
Erneuerung.
– Thomas Gomart (Französisches Institut für Internationale
Beziehungen, IFRI) entwickelt neue Ansätze zur Analyse geopolitischer
Risiken für Europa.
– Jan-Werner Müller (Universität Princeton) widmet sich der Bedeutung
akademischer Freiheit für liberale Demokratien.
– Sergey Radchenko (Johns Hopkins SAIS) arbeitet an einer
Globalgeschichte des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
– Sophia A. Rosenfeld (Universität Pennsylvania) untersucht, welche
Orientierung Europas Aufklärungserbe angesichts technologischer
Umbrüche und autoritärer Entwicklungen bieten kann.
– Moritz Schularick (Universität Kiel und Sciences Po) fragt, ob
Verteidigung zum nächsten großen europäischen Integrationsprojekt
werden kann.
– Anna Wojciuk (Universität Warschau) erforscht neue institutionelle
Modelle für widerstandsfähigere Demokratien.
Facing the Future folgt auf die erfolgreiche Initiative Europe’s
Futures , die zwischen 2018 und August 2026 führende Denker:innen aus
Europa und darüber hinaus am IWM zusammenführte.
Zwtl.: Debatten zum Auftakt
Das erste Zusammentreffen der Fellows wird von einer Reihe
öffentlicher Veranstaltungen in englischer Sprache begleitet, die die
programmatischen Leitlinien aufgreifen und gleichzeitig einen
Höhepunkt des erstmals stattfindenden IWM Month of Ideas bilden:
– 22. September: Trends in Regulating Big Tech: Geopolitics, Local
Politics, and Money – mit James C. O’Brien und José Ignacio
Torreblanca, moderiert von Ivana Dragičević
– 23. September: How Do Institutions Survive Politics? Maintenance,
Redesign, and Contestation in Poland and Serbia – mit Gazela Pudar
Draško und Anna Wojciuk, moderiert von Ivan Vejvoda
– 24. September: Was There a Place for Russia? 1991 and the
Unravelling of the International Liberal Order – mit Sergey Radchenko
und Thomas Gomart, moderiert von Michael David-Fox
– 25. September: Furious Minds and Financial Crises: What Drives
Illiberalism? – mit Laura K. Field und Moritz Schularick, moderiert
von Ivan Krastev
– 28. September: Free Academia, or What, If Anything, Do Universities
Do for Liberal Democracy? – mit Jan-Werner Müller (closed-door)
Medienvertreter:innen sind herzlich zur Teilnahme an den Debatten
eingeladen. Bitte kontaktieren Sie [email protected] für Interview- oder
sonstige Anfragen.