Wien (OTS) – „Humanistische Bildung ist mehr als Latein“, sagt NEOS-
Bildungssprecherin Martina von Künsberg Sarre zur Kritik an
Bildungsminister Wiederkehrs Vorstoß, den verpflichtenden
Lateinunterricht im Gymnasium zu Gunsten neuer wichtiger Fächer
minimal zu kürzen. „Das Ziel von humanistischer Bildung sind freie,
selbstbestimmte Bürgerinnen und Bürger, die in der Lage sind, die
Welt zu verstehen und vernunftgeleitet zu gestalten – und die
Voraussetzungen dafür sind heute nun mal gänzlich andere als vor rund
200 Jahren. Daher müssen wir auch die humanistische Bildung und die
Lehrpläne im Gymnasium dringend an die Anforderungen unserer Zeit
anpassen.“
Und von Künsberg Sarre betont: „Der geäußerte Kritikpunkt – die
Schwächung der Literatur – dürfte ein Missverständnis sein: Der
Deutschunterricht wird künftig verstärkt auf Gegenwartsliteratur
setzen. Die Auseinandersetzung mit aktuellen literarischen Stimmen
und Themen wird gefördert. Zugleich bleiben literarische Texte aus
unterschiedlichen Epochen, Gattungen und Kulturen zentral, weil sie
Lesekompetenz, Sprachentwicklung, Wertevermittlung und
Persönlichkeitsbildung nachhaltig fördern. Auch klassische Sprachen
und Literatur bleiben weiterhin ein enorm wichtiger Teil des
Fächerkanons. Die Schulen sollen lediglich mehr Entscheidungsfreiheit
haben und nicht mehr zwölf Stunden Latein verpflichtend anbieten
müssen, sondern nur mehr acht. Die Aufregung ist also unbegründet.“
Angesichts von Desinformation, Filterblasen und KI-generierten
Inhalten sei das Erlernen von Medienkompetenz schlicht entscheidend,
wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen Kritikfähigkeit
beizubringen, sagt von Künsberg Sarre. „Wenn man Politik mit Zukunft
macht, ist es wesentlich ist, dass wir auch im Bildungsbereich auf
die tiefgreifenden gesellschaftlichen und digitalen Veränderungen
unserer Zeit gezielt reagieren. Mit der Einführung und Stärkung neuer
Fächer wie Informatik, Künstliche Intelligenz sowie Medien und
Demokratie werden die Weichen gestellt, um alle Schülerinnen und
Schüler gut auf das Leben vorzubereiten.“