Wien (OTS) – Vier linsengroße Nebenschilddrüsen regeln den
Kalziumhaushalt des
Körpers, indem sie das Parathormon produzieren. Eine Überfunktion der
Nebenschilddrüsen führt zu chronischen Erkrankungen. Das Entfernen
einer oder mehrerer Drüsen ist minimalinvasiv unter Einsatz des
Farbstoffs Indocyaningrün (ICG) und einer speziellen Infrarotkamera
möglich.
Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff im menschlichen Körper.
Seine Bedeutung liegt vor allem in der Festigkeit der Knochen und
Zähne, aber auch im Zusammenhang mit Muskeln und Nerven sowie mit der
Blutgerinnung. Vier Nebenschilddrüsen sind für die Produktion des
Parathormons verantwortlich, das den Kalziumhaushalt regelt. „Die
linsengroßen Nebenschilddrüsen liegen normalerweise hinter der
Schilddrüse“, erklärt Oberärztin Dr.in Doris Reinwald-Jaksche,
Fachärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Göttlicher Heiland
Krankenhaus. “Erkrankungen einer oder mehrerer Drüsen verändern den
Kalziumspiegel und können unbehandelt zu langfristigen negativen
Folgen führen.“ Die Überfunktion der Nebenschilddrüse ist die
dritthäufigste endokrine Erkrankung und wird häufig sehr spät
diagnostiziert. Betroffen sind mehr Frauen als Männer.
Zwtl.: Von der Diagnose zur Operation
„Während bösartige Nebenschilddrüsenkarzinome eine Rarität sind,
sehen wir in der Praxis häufig Nebenschilddrüsenadenome, das sind
gutartige, aber hormonproduzierende Tumore“, sagt Prim. Priv.-Doz.
Dr. Matthias Paireder, Vorstand Chirurgie im Göttlicher Heiland
Krankenhaus. „Die häufigste Form ist jedoch die Überfunktion der
Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus).“ Die Überfunktion führt
zu einem Abbau und Herauslösen des Kalziums aus dem Knochen und einem
Überschuss an Kalzium im Blut. Dieses wird dann oftmals in anderem
Gewebe eingelagert. Mögliche Folgen sind Nierensteine (etwa 20% der
Betroffenen), Osteoporose, schmerzhafte Ablagerungen in Muskeln und
Gelenken, Magen- und Darmbeschwerden sowie eine Verminderung der
körperlichen Leistungsfähigkeit und psychische Probleme. Eine
Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus) tritt in
der Regel nur dann auf, wenn sie durch eine Operation, wie zum
Beispiel an der Schilddrüse, geschädigt wurden. Eine Therapie besteht
in der Gabe von Kalzium und Vitamin D.
„Die einzige Therapie der Nebenschilddüsenüberfunktion ist die
chirurgische Entfernung der erkrankten Nebenschilddrüse. Aufgrund der
sensiblen Lage und dem oftmals schwierigen Auffinden der erkrankten
Drüsen, sollte der chirurgische Eingriff nur von sehr erfahrenen
Chirurginnen* oder Chirurgen* durchgeführt werden“, so Dr. Matthias
Paireder. „Wichtig ist, dass nur die erkrankten Drüsen entfernt
werden. Die verbleibenden gesunden Nebenschilddrüsen übernehmen dann
die sensible Funktion des Hormonhaushalts.“
Das Parathormon zählt zu den wichtigsten Hormonen im Körper. Anders
als bei der Schilddrüse, ist eine Hormonersatztherapie nicht möglich.
Deshalb sollte nach einer OP immer gesundes Restgewebe übrigbleiben.
„Eine Entfernung der Nebenschilddrüse erfolgt minimalinvasiv unter
Einsatz des Farbstoffs Indocyaningrün (ICG). Mithilfe einer
speziellen Infrarotkamera ist es möglich, die winzigen Drüsen sehr
präzise zu erfassen und zu entfernen. Das Parathormon wird bei uns
während der Operation, also in Echtzeit gemessen, damit ein Nachweis
vorliegt, dass tatsächlich die vergrößerte Drüse entfernt wurde,“
sagt die Spezialistin Dr. Reinwald-Jaksche. „Das Chirurgie-Team
unserer Schilddrüsen-Spezialambulanz ist sehr erfahren. Wir bieten
eine ausführliche Anamnese und ein Aufklärungsgespräch, einen
individuellen Therapieplan sowie eine postoperative Nachsorge an.“
Bilder zum Download unter:
www.vinzenzgruppe.at/presse/presseaussendungen
Göttlicher Heiland Krankenhaus: Fachklinik für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen und Neurologie mit Zentrum für Gefäßmedizin und
Chirurgie sowie Spezialisierung auf Altersmedizin Das Krankenhaus
bietet eine breite internistische Versorgung mit Schwerpunkten in den
Bereichen Angiologie mit multiprofessionellem Gefäßzentrum,
Kardiologie inkl. Herzüberwachungsstation und Herzkatheterlabor sowie
Diabetologie. Die Neurologie mit Stroke Unit ist auf die Behandlung
von Schlaganfall spezialisiert. Die Chirurgie setzt ihre Schwerpunkte
auf Bauch-, Gefäß-, Hernien- und Schilddrüsenchirurgie sowie
Onkologie, als auch Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und führt
ein Adipositas- und Lymphologie Zentrum. Die
Akutgeriatrie/Remobilisation und die Palliativstation sind seit
Jahrzehnten für höchste Expertise in der Versorgung älterer bzw.
unheilbar kranker Menschen bekannt. Das Göttlicher Heiland
Krankenhaus ist ein Unternehmen der Vinzenz Gruppe. www.khgh.at .
Gefördert aus Mitteln des Wiener Gesundheitsfonds.
Vinzenz Gruppe: Gesundheit kommt von Herzen Die Vinzenz Gruppe
ist eines der größten gemeinnützigen Gesundheits- und
Sozialunternehmen Österreichs. Von der Prävention, über den
klinischen Bereich bis hin zu Pflege und Rehabilitation begleiten wir
die Menschen in allen Lebensphasen mit einem vielfältigen Angebot und
innovativen neuen Lösungen. 1995 von Ordensfrauen mit langer
Tradition und Erfahrung in der Krankenpflege gegründet, verbinden wir
tief verwurzelte christliche Werte mit jeder Menge Innovationsgeist,
um die Gesundheitsversorgung Österreichs in Zeiten der Veränderung
ganzheitlich weiterzuentwickeln. Mit rund 10.000 Mitarbeiter*innen in
unseren Krankenhäusern, in den zahlreichen Pflege- und
Rehabilitationseinrichtungen sowie mit neuen Angeboten wie unseren
Gesundheitsparks begleiten wir immer mehr Menschen immer
individueller bei Gesundheitsfragen & Krankheit, analog und digital.
Weil wir überzeugt sind, dass in Zukunft die besten Angebote aus der
Kraft eines inspirierenden Miteinanders entstehen, betreiben wir
immer mehr Angebote gemeinsam mit unseren Partner*innen. Dafür suchen
wir laufend neue Kooperationen. Denn eine neue Welt der Gesundheit
und des Sozialen, entsteht erst im Miteinander. Ermächtigt die
Menschen. Und kommt von Herzen.