Wien (OTS) – Gestern und heute war der Verkehrsausschuss des
Nationalrats auf
Einladung des Tiroler Landtags zu Gast in Tirol.
Verkehrspolitiker:innen aus Bund und Land diskutierten zentrale
Fragen der Tiroler Verkehrspolitik. Tirol ist mit mehr als 2,4
Millionen Transit-Lkw über den Brenner vom internationalen Verkehr
besonders betroffen, denn damit fahren mehr Lkw als über den
Brennerkorridor als über alle anderen Alpenübergänge zusammen. Das
Tiroler Maßnahmenpaket gegen den Transitverkehr, der aktuelle
Baufortschritt des Brenner Basistunnels zwischen Österreich und
Italien, die anstehende Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs
sowie die langfristige Finanzierung von Schieneninfrastrukturvorhaben
waren beim Treffen der 25 Parlamentarier:innen ebenso Themen wie der
notwendige politische Schulterschluss für Maßnahmen zur Reduktion der
Verkehrsbelastung und die notwendige Verlagerung von der Straße auf
die Schiene. ****
SPÖ-Verkehrssprecher und Verkehrsausschuss-Obmann im Nationalrat,
Wolfgang Moitzi, hebt die enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Land
hervor: „Tirol spielt durch seine geografische Lage eine
verkehrspolitische Schlüsselrolle in Österreich. Wir arbeiten
gemeinsam mit der Tiroler Landespolitik daran, die Tiroler:innen vom
Transit zu entlasten. Dazu gehört der konsequente Ausbau des
öffentlichen Verkehrs und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die
Schiene.“
Florian Riedl, Vorsitzender des Tiroler Verkehrsausschusses,
ergänzt: „Die Schwerpunkte des Austausches zwischen den
Verkehrsausschüssen lagen eindeutig auf dem gegenseitigen Verständnis
und die Erläuterung der speziellen Rolle von Tirol in der
Transitproblematik. Durch die besondere Topografie sind wir in Tirol
bei der Lärm- und Schadstoffbelastung aber auch bei den vorhandenen
Kapazitäten beschränkt und dafür brauchen wir den Bund, damit wir
einheitlich und abgestimmt auch gegenüber der Europäischen Union
auftreten können.“
Den Anfang des Austausches bildete der gestrige gemeinsame Besuch
der Arbeiten am Brenner Basistunnel, dem weltweit längsten
Eisenbahntunnel, im Wipptal, danach besichtigten die Teilnehmer:innen
bei einem Lokalaugenschein den Neubau der Luegbrücke auf der A 13
Brennerautobahn. Heute, Donnerstagvormittag, kamen die Abgeordneten
aus Bund und Land im Plenarsaal des Tiroler Landtags zusammen, um
über Themen wie die Schienen- und Straßeninfrastruktur, die
Elektromobilität und den öffentlichen Verkehr in Tirol gemeinsam mit
Expert:innen aus den jeweiligen Bereichen, zu diskutieren. Den
Abschluss der Visite in Tirol bildete ein Austausch mit Tirols
Verkehrslandesrat René Zumtobel.
„Für den Großteil unserer herausfordernden Verkehrsthemen in
Tirol brauchen wir die politische und finanzielle Unterstützung des
Bundes, weshalb mir der Austausch mit dem Verkehrsausschuss des
Nationalrates besonders wichtig ist. Ich denke, mit den gewonnenen
Eindrücken und den konstruktiven Gesprächen der vergangenen beiden
Tage haben wir bei den Abgeordneten Sensibilität und Verständnis für
die besondere Situation Tirols geschaffen. Herausforderungen wie der
Brennertransit, Verhandlungen mit Nachbarländern zu
grenzüberschreitenden Maßnahmen und die langfristige Finanzierung der
Schieneninfrastruktur werden wir nur mit einem parteiübergreifenden
Schulterschluss bewältigen können. Im Hinblick auf die Verhandlung
kommende Woche vor dem EuGH habe ich um breite Unterstützung für die
Tiroler Position geworben“, sagt Verkehrslandesrat René Zumtobel nach
dem Treffen. (Schluss) mf/ls