Wien (OTS) – Nach dem erfolgreichen Vienna City Marathon am
Wochenende darf sich
heute auch die österreichische Wirtschaft über einen Erfolg im
Marathon gegen neue staatliche Belastungen freuen: Die ursprünglich
ab 1. Oktober 2026 geplante nationale Steuer auf
Einwegkunststoffverpackungen ist vom Tisch!
„Heute ist ein guter Tag für die österreichische Wirtschaft, für
den heimischen Handel und für alle Konsumentinnen und Konsumenten im
Land. Unsere Appelle an die Bundesregierung wurden gehört und die
geplante Plastiksteuer gestrichen“ , sagt Rainer Will ,
Geschäftsführer des freien, überparteilichen und unabhängigen
Handelsverbands.
Zwtl.: Nationale Plastiksteuer wäre mutwillige Schädigung des
Wirtschaftsstandorts gewesen
Der Handelsverband hatte in den letzten Wochen mit zahlreichen
Schreiben an die zuständigen Ministerien sowie in unzähligen
Gesprächen auf höchster politischer Ebene vor den negativen Folgen
einer nationalen Plastiksteuer gewarnt. Auch in der jüngsten
Pressekonferenz des Handelsverband am 16. April war die Kritik an der
geplanten neuen Steuer ein Kernthema. Mit der Plastiksteuer wären die
Entlastungen der Bevölkerung durch die Mehrwertsteuer-Halbierung für
Grundnahrungsmittel genauso verpufft wie die Spritpreisbremse.
„Eine Kunststoff-Steuer mitten in einem Kunststoff-Preisschock
einzuführen – das hätte die Inflationsbekämpfung massiv behindert und
neue Zweitrundeneffekte in Form von Preis- und Lohnspiralen
ausgelöst. Aus unserer Sicht wäre das eine mutwillige Schädigung des
Wirtschaftsstandorts gewesen“ , spricht Will Klartext.
Zwtl.: Folge des Iran-Kriegs: Plastikpreise heuer zweistellig
gestiegen
Die erhoffte wirtschaftliche Erholung lässt indes weiter auf sich
warten. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria sind die
Einzelhandelsumsätze im Februar im Vorjahresvergleich real um 0,3%
gesunken – bei gleichzeitig weiter steigenden Kosten. Im Nonfood-
Handel waren die Umsätze im Februar inflationsbereinigt sogar um -0,9
% rückläufig. Bei der Wirtschaftsstimmung belegt Österreich laut EU
Economic Sentiment Indicator aktuell nur noch den drittletzten Platz
in der Eurozone.
Gleichzeitig sind die Einkaufspreise für Primär-Kunststoffe und
Gummi laut Großhandelspreisindex von Statistik Austria von Februar
auf März im Schnitt um 10,6% gestiegen. Eine zusätzliche Steuer hätte
diese Entwicklung verschärft und letztlich auch die Konsumentenpreise
stark erhöht. Handelsübliche PET-Getränkeflaschen wären
beispielsweise um bis zu 6 Cent teurer geworden – obwohl diese
Flaschen seit Einführung des Einwegpfandes 2025 nachweislich im
Recycling-Kreislauf gehalten werden und eine Recyclingquote von 99,5%
aufweisen. Dies wäre wirtschafts- und umweltpolitisch nicht zu
rechtfertigen gewesen.
Zwtl.: HV-Händlerbefragung: Nationale Plastiksteuer war
meistabgelehnte gesetzgeberische Maßnahme
Die jüngste HV-Händlerbefragung (Q2/2026) war auch eine klare
politische Botschaft: Die meistabgelehnte gesetzgeberische Maßnahme
war die nationale Plastiksteuer, gefolgt von einer nationalen E-
Commerce-Steuer mit potenzieller Diskriminierung inländischer
Onlienhändler.
„Wir haben kein Einnahmenproblem, sondern ein staatliches und
föderales Ausgabenproblem. Damit Österreich wieder auf die
wirtschaftliche Überholspur kommt, braucht es keine neuen Steuern,
sondern endlich mehr Mut bei strukturellen Reformen“ , so
Handelssprecher Rainer Will abschließend.