Mobilitätsministerium und ASFINAG legen Evaluierung zu fünf Straßenprojekten vor

Wien (OTS) – Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten heute
Mobilitätsminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig
Hufnagl gemeinsam mit den Wirtschaftsforschungsinstituten WIFO und
EcoAustria die Evaluierungsberichte zu mehreren Straßenbauprojekten.
Gemäß eines Entschließungsantrags des Nationalrates wurden die
Straßenprojekte S1, S10, S34, S36 und A5 in den vergangenen Monaten
umfangreich evaluiert. Die Ergebnisse bestätigen deren Nutzen und
Wirksamkeit, im Sinne der Verkehrssicherheit, Lebensqualität und
Wertschöpfung. Daher werden nun die S1 und die A5 in das Bauprogramm
der ASFINAG aufgenommen und die S10 und S36 darin fortgeführt. Bei
der S34 sind noch Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Spange
Wörth anhängig, die eine Grundvoraussetzung für deren Umsetzung
darstellt. Die S34 bleibt daher außerhalb des Bauprogramms. Die
Gesamtinvestition der ASFINAG durch die Umsetzung der vier Projekte
beläuft sich auf rund 3,8 Milliarden Euro, die eine vielfach höhere
Wertschöpfung generieren.

Mobilitätsminister Hanke: „Als zuständiger Minister ist es meine
Aufgabe, sicherzustellen, dass Österreichs Infrastruktur und
Mobilitätsangebot auch in den kommenden Jahrzehnten den hohen
Anforderungen unseres Wirtschaftsstandortes und der Bevölkerung
gerecht werden. Die Evaluierungsergebnisse der Lückenschlussprojekte
S1 und A5 zeigen klar, dass sie direkt zu einer Verbesserung der
Lebensqualität, Verkehrssicherheit und positiven wirtschaftlichen
Effekten führen. Auch die Gesamtergebnisse der Lückenschlüsse bei der
S10 und S36 fallen positiv aus, die Projekte werden somit
fortgeführt. Daher werden sie gemäß dem Bundesstraßengesetz der
ASFINAG zur Umsetzung übergeben. Insgesamt investieren wir im Rahmen
dieser Projekte 3,8 Milliarden Euro in eine zukunftsfitte
Infrastruktur und den Wirtschaftsstandort – wie die Studien zeigen,
erreichen wir damit eine vielfache Wertschöpfung von mehreren
Milliarden Euro.“

Zwtl.: Die Lückenschluss-Projekte im Detail

ASFINAG-Vorstandsdirektor Hufnagl: „Die Neubau-Projekte, die im
aktuellen ASFINAG-Bauprogramm dargestellt werden, sind alle in den
Verfahren und Planungen weit fortgeschritten. Es handelt sich
ausschließlich um sogenannte Lückenschlüsse, also Netzergänzungen im
Zuge bereits bestehender Autobahnen. Neben dieser Evaluierung haben
alle Projekte im unabhängigen Rechtsweg auch jahrelange Verfahren
durch sämtliche Instanzen durchlaufen. Damit ist sichergestellt, dass
deren Umsetzung auch möglichst geringe Auswirkungen auf Umwelt und
Lebensräume hat und nachhaltig erfolgt.“

Zwtl.: Übersicht evaluierter Projekte

S1 Wiener Außenring Schnellstraße

Laut Bundesstraßengesetz ist die S 1 Wiener Außenring
Schnellstraße zwischen Schwechat und Süßenbrunn – mit dem Tunnel
Donau-Lobau – als Lückenschluss im Regionenring um Wien vorgesehen.
Dadurch soll eine Entlastung für die stark frequentierten Strecken A
23 Südosttangente und A 4 Ost Autobahn zwischen der Bundeshauptstadt
und dem Knoten Schwechat sowie für mehr als 100.000 Menschen, die im
22. Wiener Gemeindebezirk sowie in den angrenzenden
niederösterreichischen Gemeinden leben, erreicht werden. Die
Gesamtlänge beträgt 19 Kilometer, davon sind 8,3 Kilometer Tunnel.

Mit der Spange Seestadt Aspern wird auch das
Stadtentwicklungsgebiet Seestadt an die S 1 angebunden.

Ab 2026 beginnt die ASFINAG mit der Umsetzung des ersten
Verwirklichungsabschnittes der S1, dem Freilandbereich zwischen Groß-
Enzersdorf und Süßenbrunn und investiert damit 500 Millionen Euro.
Insgesamt erzielt die S1 einen volkswirtschaftlichen Nutzen in der
Höhe von 4 Milliarden Euro. Die Fertigstellung des ersten Abschnittes
ist für 2032 geplant. Für den Tunnel Donau-Lobau sind noch Verfahren
im Laufen, ein Baustart ist daher frühestens 2030 möglich.

S10 Mühlviertler Schnellstraße

Mit dem Bau des 9 Kilometer langen, letzten Teilstückes der S10
von Rainbach bis zur Staatsgrenze erfolgt der Lückenschluss der
hochrangigen Anbindung an die tschechische D3, die die
Wirtschaftsräume Linz und Budweis verbindet und eine Wertschöpfung
von über 400 Millionen Euro leistet. Durch die Umsetzung des
Vorhabens mit einer Investitionssumme von 326 Millionen Euro erfolgt
eine Bündelung des Verkehrs auf dem hochrangigen Straßennetz und
damit eine massive Entlastung der Ortsdurchfahrten an der bestehenden
B 310. Geplanter Baubeginn ist 2028, mit einer Verkehrsfreigabe
rechnet die ASFINAG im Jahr 2032/33.

A5 Nord/Weinviertel Autobahn

Mit dem Bau des 4 Kilometer langen Lückenschlusses von Poysbrunn
bis zur Staatsgrenze wird eine hochrangige Verbindung nach Brünn mit
der tschechischen D52 errichtet. Die Umfahrung Drasenhofen wurde
bereits 2019 eröffnet, ab Ende 2031 soll der Vollausbau mit einer
Investitionssumme von 96 Millionen Euro stattfinden. Die
Wertschöpfung durch die Verbindung der beiden Wirtschaftsräume
beträgt allein für Österreich 850 Millionen Euro.

S36 Murtal Schnellstraße

Mit dem Bau des rund 12 Kilometer langen Lückenschlusses zwischen
Judenburg und St. Georgen erfolgt eine massive Entlastung der
Anrainergemeinden der B317, die ASFINAG realisiert eine
bedarfsgerechte hochrangige Verbindung für die Wirtschaft. Die
Gesamtkosten des Projektes liegen bei 640 Millionen Euro, wobei hier
vor allem kostenintensive Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen sind.
Geplanter Baubeginn ist 2029, mit einer Verkehrsfreigabe ist 2034 zu
rechnen.

S34 Traisental Schnellstraße

Die S34 Traisental Schnellstraße ist eine Neubaustrecke im
Südwesten von St. Pölten zwischen der B 1 Wiener Bundesstraße im
Norden über einen Knoten mit der A 1 West Autobahn bis zur B 20
Mariazeller Straße bei Wilhelmsburg Nord. Die Umsetzung des Vorhabens
ist in zwei Verwirklichungsabschnitten vorgesehen und es liegen
rechtskräftige Bescheide zur Umsetzung vor. Offen ist derzeit die
Genehmigung für die in die S 34 einbindende Spange Wörth, ein Projekt
des Landes Niederösterreich. Das Beschwerdeverfahren wurde vom
Bundesverwaltungsgericht (BVwG) unterbrochen und ein
Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union
(EUGH) eingebracht. Diese Entscheidung gilt es abzuwarten, weshalb
die S34 derzeit nicht im ASFINAG Bauprogramm aufgenommen wird.

Zwtl.: Evaluierung und Prüfberichte auf Website des Ministeriums
abrufbar

Die umfangreiche Evaluierung der Straßenprojekte, die im Zuge
eines Entschließungsantrags im Nationalrat gefordert wurde, ist nun
abgeschlossen und wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Konkret finden sich, im Umfang von über 300 Seiten, nun auf der
Website des Mobilitätsministeriums :

Der Prüfbericht des Ministeriums

Die Projektdatenblätter der ASFINAG

Der Evaluierungsbericht zu den volkswirtschaftlichen Effekten von
WIFO und EcoAustria

Die Studienautoren von WIFO und EcoAustria sehen in den genannten
Projekten positive Effekte auf die regionale Wertschöpfung.
Infrastrukturprojekte seien wichtige Treiber für Österreichs
Wettbewerbsfähigkeit.

„Infrastrukturinvestitionen bilden eine zentrale Grundlage für
wirtschaftliches Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit eines
Standorts. Ihre gesamtwirtschaftliche Wirkung entfaltet sich erst im
Zusammenspiel von Bau und Betrieb. Unsere Studie konzentriert sich
auf die ökonomischen Aspekte der Projekte und leistet damit einen
Beitrag zu einer umfassenden Betrachtung, bei der natürlich auch
soziale und ökologische Abwägungen zu treffen sind“, so WIFO-Ökonom
Gerhard Streicher.

„Infrastrukturprojekte wirken doppelt. Während mit der Bauphase
kurzfristig Wertschöpfung und Beschäftigung verbunden sind, liegt der
eigentliche ökonomische Nutzen in der Betriebsphase. Verbesserte
Erreichbarkeit stärkt die Produktivität und damit die
Standortvorteile von Regionen – und genau darin liegt der
langfristige Beitrag dieser Investitionen zur Wettbewerbsfähigkeit
Österreichs“, betont Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des
Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft
bei EcoAustria.

ASFINAG
Mag. Petra Mödlhammer-Prantner
Leitung Konzernkommunikation und Marketing
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