Mehr Bildungschancen durch gemeinnützige Stiftungen im neuen Schuljahr

Wien (OTS) – In Österreich sind rund 1.000 gemeinnützige Stiftungen
und Fonds für
das Gemeinwohl aktiv. Pro Jahr investieren sie rund 120-130 Mio. Ꞓ in
die Unterstützung gesellschaftlicher Projekte. Das entspricht etwa 12
% aller in Österreich geleisteten Spenden. Neben sozialen Diensten
und Forschung, zählt Bildung zu den wichtigsten Stiftungszwecken
hierzulande. Dies liegt daran, dass sich das öffentliche Schulsystem
durch ausgebliebene Reformen mit immensen Herausforderungen
konfrontiert sieht – sei es Vermittlung von Wirtschafts- und
Finanzwissen, Chancengerechtigkeit für Kinder aus bildungsfernen
Familien oder Infrastruktur zur Vermittlung digitaler Kompetenzen.
„Die Liste der Herausforderungen im österreichischen Bildungssystem
ist lang und gemeinnützige Stiftungen können durch ihre Flexibilität
in vielen Bereichen wertvolle Unterstützung bieten“ , gibt Günther
Lutschinger, geschäftsführender Vorstand des Verbandes für
gemeinnütziges Stiften , Einblick in das Wirken der
Bildungsstiftungen im Land.

Zwtl.: Bildungsstiftungen zielen auf Innovation im Bildungssystem ab

„Angesichts der komplizierten Steuerung des heimischen
Bildungswesens, sind echte Innovationen in Österreichs Schulen leider
eine langwierige Angelegenheit. Im Gegensatz dazu, vermögen es
gemeinnützige Initiativen, rasch und unbürokratisch in konkreten
Problemfeldern zu helfen“ , erklärt Lutschinger . Ein Erfolgsbeispiel
ist „Teach for Austria“ – im Schuljahr 2012/13 mit 24 Fellows
gestartet und heute die größte private Einrichtung im
österreichischen Bildungswesen. Bisher waren mehr als 500 Teach for
Austria-Fellows als Pädagog:innen an Schulen und Kindergärten mit
einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Kindern aktiv. Damit hat
das Netzwerk bereits über 50.000 Kinder in Österreich unterstützt.
Ermöglicht wird diese wichtige Arbeit durch die unabhängige,
überparteiliche gemeinnützige Stiftung Teach For Austria mit
Unterstützung von weiteren Stiftungen ebenso wie Unternehmen und
Privatspender:innen.

Zwtl.: Bildung zentrales Thema hinter Gründungsboom gemeinnütziger
Stiftungen

Nach einem Tiefstand in der Zeit der Corona-Pandemie, sind die
Neugründungen von gemeinnützigen Stiftungen in den vergangenen Jahren
wieder deutlich angestiegen und bewegen sich 2025 auf einen
Höchststand zu. „In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 wurden
bereits mehr gemeinnützige Stiftungen neu gegründet als in den
gesamten Jahren 2024 oder 2023“ , weiß Günther Lutschinger .
Besonders erfreulich: unter den neugegründeten Stiftungen stechen
Kultur und vor allem Bildung als beliebteste Zwecke hervor. „Dass
besonders viele gemeinnützige Stiftungen mit dem klaren Ziel neu
gegründet werden, Bildungsprojekte in Österreich zu unterstützen und
damit Kindern und Jugendlichen mehr Chancen zu eröffnet, ist ein
äußerst positives Signal für die Gesellschaft“ , so Lutschinger.

Zwtl.: Ausblick: Tag der Stiftungen am 1. Oktober

Zum achten Mal begeht der Verband für gemeinnütziges Stiften am
1. Oktober den Europäischen Tag der Stiftungen unter dem Titel #
Innovation4Good mit einer hochkarätigen Konferenz, bei der
Vertreter:innen von Stiftungen, Vereinen, Steuerberatungskanzleien
und Unternehmen sowie Philanthrop:innen und Bildungsinteressierte
gemeinsam über Zukunftsperspektiven diskutieren. Ein
Themenschwerpunkt liegt dabei auf der Förderung von
Bildungsinnovation durch Stiftungen. Im Zuge dessen wird eine neue
Studie über die Leistungen von Bildungsstiftungen in Zusammenarbeit
mit Reinhard Millner, NPO-Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität
Wien, erstmals präsentiert.