Wien (OTS) – Nach dem Rücktritt des steirischen ORF-Stiftungsrats
Thomas Prantner
zeigt sich die Mediensprecherin und stellvertretende Klubobfrau der
Grünen, Sigi Maurer, zufrieden: „In den vergangenen Wochen ist
zunehmend deutlich geworden, dass Prantner als Stiftungsrat nicht
mehr tragbar war. Der innerbetriebliche und oppositionelle Druck hat
gewirkt. Sein Rücktritt ist daher ein wichtiger erster Schritt,
weitere müssen folgen.“
Maurer kritisiert das Verhalten einzelner Mitglieder des ORF-
Stiftungsrats seit Längerem deutlich: „Dass der Redaktionsausschuss
vier Stiftungsräten geschlossen das Misstrauen ausgesprochen hat,
konnte nicht ignoriert werden. Der heutige Rücktritt ist daher eine
direkte Folge dieses massiven Vertrauensverlusts. Mit einem einzelnen
Rücktritt ist das grundlegende Problem jedoch nicht gelöst. Lederer,
Schütze, Westenthaler – auch andere Stiftungsräte liefern ein
unwürdiges Schauspiel ab. Hier braucht es echte Konsequenzen.“
Zugleich erinnert Maurer an die eigentliche Rolle des Gremiums:
„Der ORF gehört dem Publikum, nicht der Politik. Die Menschen in
Österreich erwarten sich zu Recht eine professionelle Arbeit vom
Stiftungsrat und der Führungsebene. Parteipolitisches Hineinregieren,
Unvereinbarkeiten und Machtmissbrauch müssen konsequent beendet
werden.“
Abschließend fordert Maurer rasches Handeln von der
Bundesregierung: „Die derzeitigen Governance-Strukturen sind nicht
tragfähig und müssen grundlegend reformiert werden. Die angekündigte
Reform darf deshalb nicht länger aufgeschoben werden. Der ORF muss
tatsächlich entpolitisiert werden. Dafür braucht es einen deutlich
verkleinerten Stiftungsrat und eine klare Verschiebung der
Entscheidungsbefugnisse hin zum Publikum.“