Wien (OTS) – „Marsch des Lebens“ in Wien: Starkes Zeichen gegen
Antisemitismus und
für jüdisches Leben
Rund 400 Menschen versammelten sich am Sonntag, dem 26. April
2026 in Wien zum „Marsch des Lebens“ – einer internationalen
Initiative für Erinnerung, Versöhnung und Solidarität mit der
jüdischen Gemeinschaft. Organisiert von WUNDERWERK Wien in
Kooperation mit Marsch des Lebens e.V. führte der Marsch unter dem
Motto „Erinnern verpflichtet! Für jüdisches Leben und gegen
Israelhass“ vom Josef-Meinrad-Platz zur Abschlusskundgebung an der
Namensmauer im Ostarrichipark.
Zwtl.: Gedenken trifft Gegenwart
Die Veranstaltung verband bewusst historisches Gedenken mit
aktueller gesellschaftlicher Verantwortung. Die Atmosphäre war
geprägt von Würde und Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft und
Israel. Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen sowie
eine Gruppe iranischer Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten mit
ihrer Teilnahme am Marsch ihre Solidarität mit Israel.
Zwtl.: Berührender Höhepunkt an der Namensmauer
Ein zentraler Moment der Abschlusskundgebung war der persönliche
Beitrag von Dr. Julius Neumark , einem Holocaustüberlebenden, der
seine Geschichte schilderte. Sein im Holocaust ermordeter Großvater
ist an der Namensmauer namentlich verewigt. Im Anschluss wurde
feierlich ein Kranz niedergelegt. Dass auch Nachfahren von NS-Tätern
öffentlich das Wort ergriffen, hinterließ bei allen Anwesenden einen
bleibenden Eindruck. Pastorin und Organisatorin Birgit Berchtold
brachte die Bedeutung dieses Moments auf den Punkt:
„Es hat mich tief bewegt zu sehen, wie Nachfahren von NS-Tätern
öffentlich Schuld bekannt, um Vergebung gebeten und ihre Solidarität
mit Israel zum Ausdruck gebracht haben. Das ist kein
selbstverständlicher Schritt, sondern ein bewusstes und zutiefst
berührendes Zeichen von echter Versöhnung.“ – Birgit Berchtold,
Pastorin und Organisatorin, WUNDERWERK Wien
Zwtl.: Prominente Stimmen für Erinnerung und Verantwortung
Zu den Rednerinnen und Rednern zählten:
– Mag. Lukas Mandl , Mitglied des Europäischen Parlaments
– Benjamin Brestak, (Hauptpastor WUNDERWERK Wien)
– Dr.in Danielle Spera , (Executive Director Kultur. Medien.
Judentum., Kuratorin, Autorin und Herausgeberin des jüd. Magazins NU)
– Thomas Waldert ( Marsch des Lebens Direktor Österreich und Mitglied
des Vorstands Marsch des Lebens)
– Oberrabbiner Jaron Engelmayer
Sie alle betonten die Notwendigkeit, Antisemitismus in all seinen
Formen entschieden entgegenzutreten und jüdisches Leben in Österreich
und Europa aktiv zu stärken.
„Was passiert mit uns Juden, in Wien, in Österreich, in ganz
Europa? Wie kommt es, dass sich Juden heute wieder verstecken, dass
sie sich wieder zurückziehen, dass sie wieder ihre jüdischen Zeichen
verbergen müssen, dass Antisemitismus wieder Normalität geworden ist,
dass man sich daran gewöhnt? Wie kann das sein?“ – Oberrabbiner
Engelmayer
Über den Marsch des Lebens
Der „Marsch des Lebens“ ist eine internationale Initiative, über
100 Märsche finden weltweit in 25 Nationen statt. Sie setzt ein
Zeichen gegen Vergessen, für Versöhnung zwischen Völkern und für die
Würde jüdischen Lebens heute. WUNDERWERK Wien engagiert sich als
christliche Gemeinschaft aktiv für den jüdisch-christlichen Dialog
und die Erinnerungskultur in Österreich.
Weitere Informationen:
www.wunderwerk.wien | www.marschdeslebens.org