Wien (OTS) – Die hochbegabte 17jährige Marianna Martines komponierte
für das
Patrozinium der Michaelerkirche 1761 eine vielbeachtete Messe. Auf
Initiative des Kirchenmusikdirektors von St. Michael Univ.-Prof.
Manuel Schuen wurde die Messe nun in die Reihe „Denkmäler der
Tonkunst in Österreich“ aufgenommen und damit erstmals ediert. Die
Messe gelangt zum diesjährigen Patrozinium der Michaelerkirche, am
28. September 2025 um 10:00 Uhr, nach 264 Jahren, erneut zur
Aufführung.
Die angesehene Komponistin, Cembalistin und Sängerin Marianna von
Martines (1744-1812) war mit der Michaelerkirche eng verbunden. Wie
im Taufbuch der Pfarre dokumentiert, wurde sie in St. Michael getauft
und wohnte bis in die 1770er Jahre im „Alten Michaelerhaus“, betont
Kirchenmusikdirektor Manuel Schuen. Dieses beherbergte im 18.
Jahrhundert gleichsam einen Mikrokosmos des Wiener Musiklebens. Hier
wohnten u.a. der namhafte Opernkomponist Nicola Porpora, der junge
Joseph Haydn und der berühmte Opernlibrettist und Hofpoet Pietro
Metastasio.
Als Komponistin trat Martines bereits im Alter von 17 Jahren in
Erscheinung. „Zum Patrozinium der Kirche am 29. September 1761 wurde
ihre zu diesem Anlass komponierte Messe für Soli, Chor und Orchester
in der Michaelerkirche uraufgeführt“, erklärt Schuen. „Ob die Messe
danach jemals wiederaufgeführt wurde, wissen wir nicht. Es sind
jedenfalls keine Hinweise dazu bekannt. Das hochwertige
Aufführungsmaterial hat sich im Musikarchiv von St. Michael erhalten.
Das Autograph der Partitur hingegen befindet sich im Archiv der
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien“.
In Kooperation mit der Stabstelle Gleichstellung, Gender und
Diversität der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw
) ermöglichen die Ordensgemeinschaft der Salvatorianer, die Pfarre
St. Michael sowie der Verein der Freunde der Michaelerkirche die
Finanzierung dieses spannenden Projektes. „Uns ist es wichtig, mit
unseren Spendenmitteln einen wesentlichen Beitrag für die
Aufrechterhaltung der kulturellen Aktivitäten von St. Michael zu
leisten“, betont Hermine Buchsbaum, Obfrau des Vereins der Freunde
der Michaelerkirche.
Am Dienstag, dem 23. September 2025 gibt es um 18:30 Uhr im
Kapitelsaal des Salvatorianerkollegs St. Michael einen
Einführungsvortrag von Melanie Unseld, Universitätsprofessorin für
Historische Musikwissenschaft an der mdw.
Zwtl.: Veranstaltungstipp:
Sonntag, 28. September 2025, 10:00 Uhr
Michaelerkirche, 1010 Wien
zur Liturgie am Patrozinium
Marianna Martines: Messa terza
Zwtl.: Verein der Freunde der Michaelerkirche
Der Verein der Freunde der Michaelerkirche hat es sich zur
Aufgabe gemacht, für die Erhaltung der Kirche und die
Aufrechterhaltung der kulturellen Aktivitäten von St. Michael jene
erforderlichen Mittel aufzubringen, die weder von der Pfarre selbst
noch von anderen Stellen bereitgestellt werden können.
Konto der „Freunde der Michaelerkirche“
RLB NÖ-WIEN
IBAN: AT76 3200 0000 0704 7608
BIC: RLNWATWW