St. Pölten (OTS) – Ein wichtiger Schritt für die Renaturierung der
March ist geschafft:
Im Rahmen des österreichisch-slowakischen Projekts reConnect wurde
vor kurzem ein alter Mäander auf österreichischer Seite wieder an den
Hauptstrom angebunden. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden
grenzüberschreitenden Renaturierungsprojekts bei Hohenau an der
March.
„Wir geben unseren Flüssen wieder mehr Raum! Diese
Wiederanbindung des Nebenarms an die March reiht sich in eine ganze
Liste von Flussrenaturierungen und Gewässeraufweitungen. Unsere
Strategie ist klar: Das Wasser in der Fläche halten und den
Regentropfen dort auffangen, wo er fällt. Das hilft Fischen und
anderen Tier- und Pflanzenarten und hilft auch im Hochwasserfall in
die Pegel zu senken“, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Aktuell laufen daher noch weitere große Renaturierungsprojekte, z.B.
in Emmersdorf und Griemsing an der Donau sowie an vielen weiteren
großen Flüssen und kleinen Bächen Niederösterreichs.
Die Bauarbeiten sind in den vergangenen Monaten aufgrund
günstiger Witterungs- und Abflussbedingungen rasch vorangeschritten.
Der Mäander auf slowakischer Seite konnte bereits wieder an die March
angebunden werden. Auf österreichischer Seite wurden große Mengen an
Sediment bewegt und in den regulierten Flusslauf eingebracht. Damit
kann die March in diesem Bereich wieder stärker ihrem ursprünglichen
Verlauf folgen. Die bisher regulierten Flussabschnitte werden künftig
als zusätzliche Stillwasserbereiche genutzt.
Auch Bundesminister Norbert Totschnig hebt die Bedeutung der
Maßnahmen hervor: „Mit der Renaturierung der March geben wir dem
Fluss wieder mehr Raum und schaffen wertvolle Lebensräume für Tiere
und Pflanzen. Die Wiederanbindung alter Flussarme stärkt den
natürlichen Wasserrückhalt und verbessert die ökologische Vielfalt in
der gesamten Region. Investitionen in unsere Flüsse sind
Investitionen in eine intakte Natur, mehr Lebensqualität und eine
lebenswerte Zukunft.“
Bundesminister Peter Hanke betont die Bedeutung der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Die March zeigt eindrucksvoll,
was gelebte europäische Zusammenarbeit leisten kann. Gemeinsam mit
unseren slowakischen Partnerinnen und Partnern schaffen wir hier mehr
Raum für die Natur. Die viadonau setzt mit reConnect ein Vorhaben um,
das ökologische Verantwortung und regionale Wertschöpfung miteinander
verbindet – ein Beispiel dafür, wie Infrastrukturpolitik und
Klimaschutz Hand in Hand gehen.“
Die aktuellen Arbeiten sind Teil eines umfassenden
Maßnahmenpakets zur ökologischen Aufwertung der March und ihrer
Aulandschaft. Gemeinsam mit slowakischen Partnern werden im Rahmen
der Projekte reConnect und Restore4Life seit März 2026 zahlreiche
ökologische und flussmorphologische Verbesserungen umgesetzt. Auf
niederösterreichischer Seite erstreckt sich das Projektgebiet über
die Gemeinden Hohenau an der March, Ringelsdorf-Niederabsdorf und
Drösing. Durch den Rückbau des regulierenden Steinkorsetts und die
Wiederanbindung von zwei ehemaligen Mäandern wird der Lauf der March
um rund 900 Meter verlängert. Gleichzeitig wird das Gefälle der
Flusssohle reduziert. Auch die Absenkung der Ufer spielt eine
wichtige Rolle: Dadurch kann die March wieder stärker mit ihrem
unmittelbaren Umland und den angrenzenden Auwaldgebieten in
Verbindung treten. Die ökologischen Bedingungen für Flora und Fauna
werden verbessert und der natürliche Wasserrückhalt in der Landschaft
gestärkt. Das von viadonau als Unternehmen des Bundesministeriums für
Innovation, Mobilität und Infrastruktur umgesetzte Projekt reConnect
widmet sich der weiteren Revitalisierung und Vernetzung des March-
Thaya-Flusssystems. Unterstützt wird das Projekt vom
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, dem Land
Niederösterreich, dem NÖ Landesfischereiverband, dem
Fischereirevierverband II sowie der Österreichischen
Fischereigesellschaft gegr. 1880. Für die Umsetzung der Maßnahmen bis
2027 steht ein Gesamtbudget von rund 2,7 Millionen Euro zur
Verfügung. Neben der ökologischen Aufwertung der March stehen dabei
auch die Verbesserung des natürlichen Wasserrückhalts und die
Stärkung des Hochwasserschutzes im Grenzraum im Mittelpunkt.
Nähere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr.
Stephan Pernkopf, Tel: 02742/9005 – 12703, Mobil: 0676/81215283, E-
Mail: [email protected] .