Mair: Bildungspflicht und Mittlere Reife sind zentrale bildungspolitische Reformvorhaben für diese Legislaturperiode

Wien (OTS) – Angesichts der demografischen Entwicklung und des
zunehmenden
Fachkräftemangels ist eine deutliche Aufwertung der dualen Ausbildung
notwendig, so ÖVP-Lehrlingssprecher Abg. Klaus Mair, heute, Montag.
“Österreich steht vor einer strukturellen Herausforderung: Die Zahl
der Jugendlichen sinkt regional deutlich. Mit einer Geburtenrate von
rund 1,29 Kindern pro Frau im Jahr 2025 erreichen wir einen
historischen Tiefstand“, betont Mair. ”Ohne gezielte Maßnahmen droht
ein weiterer Rückgang an Lehrstellensuchenden und damit an dringend
benötigten Fachkräften. Gleichzeitig steigt der Bedarf in Handwerk,
Technik, Industrie, Tourismus und Gewerbe massiv an. Die Lehre ist
daher das zentrale Instrument zur Fachkräftesicherung im Inland und
die wirtschaftlich effizienteste Ausbildungsform“, so der Abgeordnete
weiter.

Der Lehrlingssprecher verweist in diesem Zusammenhang auf das
Regierungsprogramm, wonach eine Stärkung und Aufwertung der
polytechnischen Schule (PTS) sowie der Berufsschulen und eine
Modernisierung der Berufsschulen (E-Learning, Einführung bzw. Ausbau
des Modulsystems) vorgesehen sind.

Zudem sollen die Angebote der Berufsschule im Bereich der
digitalen Ausbildung weiterentwickelt werden und eine verstärkte
Umstellung des Berufsschullehrplans auf ein modulares System
erfolgen. Für Schülerinnen und Schüler aus höherbildenden Schulen
ohne Abschluss soll zudem der Umstieg in die Lehre erleichtert
werden, indem die Anrechnung von Lehrinhalten vereinfacht wird.
Außerdem sollen zusätzliche Lernmodule zur Verbesserung von Deutsch
und anderen Basiskompetenzen erarbeitet und die Lehre mit Matura
forciert werden.

„Kein Kind soll die Schule verlassen, ohne über grundlegende
Kompetenzen in Lesen, Schreiben und Rechnen zu verfügen. Dafür
braucht es ein Bildungssystem, das sowohl Leistung konsequent
einfordert als auch gezielte Unterstützung bietet. Entscheidend sind
dabei nicht Testungen um ihrer selbst willen, sondern verbindliche
Standards, die mit gezielter Förderung verknüpft werden.“ Der ÖVP-
Lehrlingssprecher verweist in diesem Zusammenhang auf das Engagement
der ÖVP und vor allem des ÖVP-Bildungssprechers für die Einführung
einer verpflichtenden Mittleren Reife am Ende der Schulpflicht.
“Diese soll sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler über
Basiskompetenzen in Deutsch sowie über grundlegende Kenntnisse und
Fähigkeiten verfügen, die für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche
Teilhabe notwendig sind. Im Mittelpunkt der im Regierungsprogramm
vorgesehenen Reformen stehen daher die Einführung einer
verpflichtenden Mittleren Reife sowie eine Bildungspflicht. Die
Mittlere Reife soll grundlegende Bildungsstandards absichern und
zugleich mehr Transparenz und Vergleichbarkeit im österreichischen
Schulsystem schaffen.”

“Mit einer starken Lehre, klaren Bildungsstandards und
verbindlichen Schlüsselkompetenzen schaffen wir bessere Chancen für
junge Menschen und sichern zugleich den Wirtschafts- und
Industriestandort Österreich nachhaltig ab. Gerade mit Blick auf die
Industriestrategie der Bundesregierung, für die sich
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer mit Nachdruck einsetzt,
braucht es bestens ausgebildete Fachkräfte mit soliden
Grundkompetenzen, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes
langfristig zu stärken”, schloss Mair. (Schluss)