LR Schleritzko/BM Karner: Cybersicherheit beim Online-Banking

St. Pölten (OTS) – In einer Pressekonferenz zum Thema
„Cybersicherheit beim Online-
Banking“ präsentierten Landesrat Ludwig Schleritzko und
Bundesinnenminister Gerhard Karner heute, Dienstag, gemeinsam mit
Wolfgang Viehauser, Vorstand der HYPO NOE Landesbank, und
Landespolizeidirektor Franz Popp eine neue Broschüre zum Thema
Sicherheitsmaßnahmen im Online-Bereich, die in Zusammenarbeit von
HYPO und Polizei entstanden ist.

Im digitalen Bereich sei der technologische Fortschritt
allgegenwärtig, speziell im Bankensektor sei die Technologie in den
letzten Jahren weit fortgeschritten, so Finanzlandesrat Ludwig
Schleritzko eingangs. „Gerade die künstliche Intelligenz lässt Cyber-
Attacken nicht nur häufiger werden, die Tricks der Betrüger werden
dabei immer raffinierter und passgenauer auf die Zielgruppe
zugeschnitten.“ So müssten einerseits Unternehmen, Institutionen und
auch die Öffentliche Hand darauf achten, ihre Systeme technisch
bestmöglich zu schützen, aber auch Privatpersonen über einfache
Maßnahmen zum individuellen Schutz informiert werden. „Und gerade
wenn es um Bankdaten und somit um den Zugang zu unserem Ersparten
geht, muss Sicherheit oberste Priorität haben“, betonte der
Landesrat.

„Die Broschüre ,Sicher unterwegs im Internet´ von HYPO und
Polizei enthält viele wertvolle, lebensnahe und leicht umsetzbare
Tipps, um sich bestmöglich zu schützen“, sagt Schleritzko, „wie etwa
rechtzeitig neue Updates am PC oder Handy durchzuführen, nicht
dasselbe Passwort bei allen Zugängen verwenden oder die Zwei-Faktor-
Authentifizierung aktivieren.“ Zudem sei gerade bei Bankgeschäften
„eine gesunde Skepsis angesagt und wenn doch etwas passiert,
notwendige Schritte wie eine Konto- oder Kartensperrung und eine
Anzeige bei der Polizei zu veranlassen.“

Der Landesrat informierte zudem über eine Neuerung im Online-
Banking-Bereich ab Oktober: „Hier führen die Banken eine Prüfung der
Euro-Überweisung ein, bei der der IBAN und der Name des Kontoinhabers
abgeglichen werden.“ Ein wichtiger Schritt gerade für
Echtzeitüberweisungen, so Schleritzko, „denn diese können – einmal
getätigt – nicht mehr aufgehalten werden.“

Minister Gerhard Karner berichtete über einen massiven Anstieg
der Cyberkriminalität in den letzten Jahren. „Österreichweit sind die
Anzeigen in diesem Bereich von 10.000 im Jahr 2015 auf 62.000 im Jahr
2024 gestiegen.“ Allein in Niederösterreich habe man 2015 noch 1.700,
2024 bereits 10.000 Anzeigen gezählt. „Die häufigste Form der
Cyberkriminalität – neben Deep Fake und Netzsicherheit – ist der
Internet- bzw. Online-Betrug“, erklärte Karner. „Von den 10.000 in
Niederösterreich angezeigten Fällen waren 6.000 betrügerische Online-
Delikte.“ Deshalb habe man bei der Polizei vor einem Jahr die
Kriminaldienstreform eingeleitet, die man nun mit den sogenannten
Kriminalassistenzdienststellen in acht Bundesländern mit dem
Schwerpunkt Cyber Crime umsetze.

„Wir investieren aber auch massiv in Prävention und Vorbeugung,
wie eben mit der neuen Broschüre von HYPO und Polizei.“ Karner
bedankte sich dabei auch beim Land NÖ, „dass man hier Zeit und Geld
in die Information der Bevölkerung investiert, denn wir wollen und
müssen die Menschen sensibilisieren, gerade in Online-Bereichen wie
dem Online-Banking besonders vorsichtig zu sein“, so der Minister.

„Die Betrugsmaschen gerade im Bereich Online-Banking werden immer
raffinierter und mit KI auf eine ganz andere Ebene gehoben“, sagte
auch HYPO NOE Vorstand Wolfgang Viehauser. Umso wichtiger sei es, vor
allem auch für Institutionen der Öffentlichen Hand, noch wachsamer zu
sein. „Indem wir darauf achten, dass die Systeme aktuell und
technisch bestmöglich geschützt sind und dass wir unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch entsprechend schulen.“
Viehhauser: „Wir als Banken nehmen Sicherheit sehr ernst und haben
ein mehrstufiges Sicherheitskonzept, denn wir verarbeiten sehr
sensible Daten von Privatpersonen.“ Er umriss die
Sicherheitsmaßnahmen der HYPO Landesbank und meinte: „Wesentlich zur
Sicherheit beitragen können aber auch unsere Kundinnen und Kunden.
Deshalb haben wir gemeinsam mit der Polizei diese Broschüre
gestaltet, um die wichtigsten Punkte wieder in Erinnerung zu rufen
und Awareness für dieses Thema zu schaffen.“

Landespolizeidirektor Franz Popp brachte Beispiele von
Betrügereien im Internet und erklärte: „Die Betrüger werden immer
erfinderischer und wir versuchen seitens der Polizei, die
verschiedenen Modi operandi im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit – wie
eben mit unserer neuen Broschüre – zu transportieren.“ Die Polizei
müsse aber auch Anzeigen von Betroffenen erhalten, unterstrich er:
„Wir sind überzeugt, dass viele Opfer diese aus Scham nicht
erstatten.“ Wichtig für Privatpersonen sei vor allem, so Popp, „eine
gesunde Skepsis an den Tag zu legen, zu hinterfragen und
grundsätzlich einmal gar keine Überweisungen zu tätigen.“

Die Broschüre „Sicher unterwegs im Internet“ ist in den HYPO NOE
Filialen in Niederösterreich und Wien erhältlich.