Sankt Pölten (OTS) – „55 Jahre sind eine lange Zeit, in der einiges
erreicht wurde.
Intakte Feuchtgebiete sind entscheidend für natürliche
Wasserreinigung, Hochwasserschutz und Kohlenstoffspeicherung. Damit
ist die Notwendigkeit von Mooren für eine möglichst große
Artenvielfalt mittlerweile anerkannt, aber ohne solide Finanzierung
überregionaler Projekte durch Bund und EU kommen wir nicht weiter“,
erklärt LR Rosenkranz aus Anlass des Jahrestages.
Sie wies am Aktionstag auf die Bedeutung von Auen und Mooren für
Umwelt, Wasservielfalt und Biodiversität hin. Diese zählen zu den
wichtigsten Wasserspeichern in der Natur und halten Wasser aus
Niederschlägen wie Schnee oder Regen zurück. Handlungsbedarf besteht
daher vor allem bei konkreten Maßnahmen vor Ort und Reduzierung von
Bürokratie- und EU-Vorschriften. Dabei habe Niederösterreich schon
lange vor der EU-Renaturierungsverordnung Verantwortung übernommen
und viel in die Verbesserung und die Erhaltung von Flächen wie Mooren
und Auen investiert. Durch das LIFE-Projekt AMooRe werden
Managementsmaßnahmen gefördert und stellen bereits eine wichtige
Vorleistung zur EU-Renaturierungsverordnung dar.
„Wer Renaturierung verlangt, muss sie auch bezahlen“, stellt LR
Rosenkranz fest und fordert: „Es ist nicht akzeptabel, dass Brüssel
durch die EU-Renaturierungsverordnung ambitionierte Ziele vorgibt,
obwohl Länder bzw. Bewirtschafter derzeit die Kosten und Risiken
allein tragen sollen. Wir brauchen mehr flexible regionale Lösungen
vor Ort statt starre EU-Vorschriften, ohne zu wissen, wieviel Geld
letztendlich von der EU zur Verfügung gestellt wird“, führt
Rosenkranz weiter aus und plädiert für mehr praxisorientierten Dialog
auf lokaler Ebene.