Wien (OTS) – Die burgenländischen Pläne, ab 2027 eine Bemautung für
einzelne
Landesstraßen einzuführen, werden im Gewerbe und Handwerk äußerst
kritisch gesehen. „Die Ankündigung des Landeshauptmannes, Gespräche
mit der Wirtschaft zu führen, sind ein richtiger erster Schritt“,
sagt Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in
der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und hofft auf einen Sieg der
Vernunft: „Die Lkw-Maut wäre eine glatte Themenverfehlung. Statt den
Transitverkehr einzudämmen, würden damit die regionalen Betriebe vor
Ort belastet, die diesen Fahrstrecken nicht ausweichen können.“
Denn auch im Gewerbe und Handwerk sind viele Betriebe auf
Nutzfahrzeuge als Arbeitsmittel angewiesen. Manche Modelle dieser
Transporter erreichen Nutzlasten über 3,5 Tonnen und würden somit
unter die geplante Mautregelung für Landesstraßen fallen, speziell im
Bau- und baunahen Bereich.
Inflationstreiber und Standortgift
„Das wäre keine Lenkungs-, sondern eine reine
Steuerbeschaffungsmaßnahme. Dieselbe kreative Energie würde ich mir
für Entlastungsmaßnahmen wünschen, denn gerade unsere Betriebe in
Grenznähe sind extrem hoher Konkurrenz ausgesetzt. Für sie wäre
dieser Zoll ein Schlag ins Gesicht, denn Anbieter in Ungarn und der
Slowakei können ohnehin mit viel geringeren Lohn-, Energie- und
Bürokratiekosten kalkulieren“, so Denk.
Kein Wegzoll für leere Landeskassen
Nicht zuletzt würde die Maut auch die Kosten entlang der
Wertschöpfung erhöhen und somit inflationstreibend wirken. Denk
fordert die Landesregierung deshalb auf, den Plan zu verwerfen, und
warnt eindringlich vor Nachahmung: „Wenn dieses Worst-Practice-Modell
Schule macht und jeder für das Passieren von ein paar Kilometern
Landesstraße künftig die Hand aufhält, sind wir wirklich nicht mehr
weit entfernt vom mittelalterlichen Wegzoll und Raubrittertum.“ (
PWK394/HSP)