St. Pölten (OTS) – Mit der Fertigstellung des runderneuerten Bahnhofs
Sigmundsherberg
wurde ein weiterer wesentlicher Schritt zur Modernisierung der
Bahninfrastruktur im nördlichen Niederösterreich umgesetzt. Der
Bahnhof ist nun neugestaltet, vollständig barrierefrei und bietet den
Fahrgästen verbesserte Zugangs- und Umsteigemöglichkeiten zwischen
der Franz-Josefs-Bahn und der Kamptalbahn. Die Maßnahmen sind Teil
eines gemeinsamen Mobilitätspakets im Zuge der NÖ-Bahnoffensive von
ÖBB, Bund und Land Niederösterreich. Ziel ist die nachhaltige
Modernisierung der Franz-Josefs-Bahn sowie die langfristige Stärkung
des Bahnverkehrs im Wald- und Weinviertel.
LH-Stellvertreter Udo Landbauer meint dazu: „Die Modernisierung
des Bahnhofs Sigmundsherberg ist ein starkes Signal für den
öffentlichen Verkehr im Waldviertel. Der Bahnknoten wird fit gemacht
für die Umsetzung des Jahrhundertprojekts der Direktanbindung Horns
an die Franz-Josefs-Bahn. Zukünftig können die Züge ab
voraussichtlich 2030 hier sowohl nach Gmünd als auch nach Horn und
umgekehrt attraktiv und umsteigefrei geführt werden. Eine
Fahrzeitverkürzung von 15 Minuten nach Horn über Sigmundsherberg wird
zukünftig neue Qualitäten für die Pendler bringen. In Sigmundsherberg
wurde der erste wichtige Schritt zur Realisierung der elektrischen
Anbindung der Bezirkshauptstadt Horn gesetzt. Genau diese
Investitionen sind entscheidend für unsere Pendler, eine lebenswerte
Region und für eine funktionierende Wirtschaft. Unser Ziel ist klar:
Wir wollen mit der NÖ-Bahnoffensive für unsere Landsleute bessere
Verkehrsverbindungen schaffen und damit die ländlichen Regionen
stärken.“
Judith Engel, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG, sagt: „Ein
guter Tag für alle, die im nördlichen Niederösterreich mit der Bahn
unterwegs sind. Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind
die ÖBB ein verlässlicher Partner. Die Franz-Josefs-Bahn ist für das
Waldviertel eine sehr wichtige Strecke für den Personen- und
Güterverkehr.“ Ein Großteil der Arbeiten – einschließlich des neuen
elektronischen Stellwerks – wurde seit Mai 2024 während des laufenden
Bahnbetriebs umgesetzt. Fahrgäste profitieren nun von neuen und
verlängerten Bahnsteigen, einem verbesserten Zugang zum
modernisierten Warteraum sowie von zeitgemäßer Fahrgastinformation,
etwa durch digitale Infostelen. Der bestehende Mittelbahnsteig wurde
erweitert.
Ein wesentlicher Bestandteil der Bahnhofserneuerung ist der neue,
barrierefreie Personensteg, der die Park-&-Ride-Anlage, die
Bahnsteige und den Zugang zum Ortszentrum sicher miteinander
verbindet. Der Steg ermöglicht einen witterungsgeschützten,
übersichtlichen und komfortablen Zugang zu den Zügen und prägt
zugleich das neue Erscheinungsbild des Bahnhofs. Die rund 103 Tonnen
schwere Stahlkonstruktion wurde im Herbst 2025 mithilfe eines 750-
Tonnen-Krans und eines weiteren 350-Tonnen-Krans millimetergenau
eingehoben. Der Personensteg ist 58 Meter lang; die Aufgänge und
Lifttürme sind jeweils rund zwölf Meter hoch. Insgesamt besteht die
Konstruktion aus 3.273 vorgefertigten Einzelteilen.
Mit dem neuen Personensteg und den modernen Aufzugsanlagen ist
der Bahnhof nun durchgängig barrierefrei. Die Aufzüge sind seit
Anfang März in Betrieb und ermöglichen einen stufenlosen Zugang zu
allen Bahnsteigen. Dadurch wird der Zugang insbesondere für
mobilitätseingeschränkte Personen, ältere Fahrgäste sowie für
Reisende mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck deutlich erleichtert.
Auch der Umstieg zwischen Zügen der Franz-Josefs-Bahn und der
Kamptalbahn ist nun komfortabler möglich. Der bisherige Übergangssteg
mit steilen Stiegen wird im Mai im Rahmen nächtlicher Arbeiten
abgebaut. Die Gesamtkosten für die Bahnhofsmodernisierung in
Sigmundsherberg belaufen sich auf rund 53 Millionen Euro.
Parallel zur Bahnhofseröffnung werden entlang der Franz-Josefs-
Bahn weitere Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt. In den kommenden
Jahren erneuern die ÖBB Gleis- und Weichenanlagen, Oberleitungen,
Brücken sowie den Ober- und Unterbau; mehrere Bahnhöfe werden bis
2027 mit elektronischen Stellwerken ausgestattet. Für Arbeiten, die
während des laufenden Betriebs nicht möglich sind, bündeln die ÖBB
die Bauphasen: Der nördliche Abschnitt České Velenice –
Sigmundsherberg ist von 18. bis 27. April 2026 unterbrochen. Direkt
anschließend folgen von 27. April bis 9. Juni 2026 Arbeiten im
Abschnitt Sigmundsherberg – Absdorf-Hippersdorf. In dieser Zeit sind
auch Einschränkungen auf der Kamptalbahn Sigmundsherberg –
Krems/Donau notwendig.
Für alle betroffenen Strecken richten die ÖBB einen
Schienenersatzverkehr mit Bussen ein; auf der Kamptalbahn können in
der Früh einzelne Züge für Pendler und Schüler angeboten werden.
Zwischen Absdorf-Hippersdorf und Wien verkehren die Züge wie gewohnt.
Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt in der ÖBB-
Fahrplanauskunft Scotty über ihre Verbindung zu informieren.
Auf Schiene sind auch weitere Verbesserungen der Infrastruktur
geplant, die in den 2030er-Jahren umgesetzt werden: Damit die Züge
einander ohne Zeitverlust begegnen können, wird die Strecke auf
Abschnitten nördlich von Absdorf-Hippersdorf über eine Länge von 2,5
Kilometern sowie östlich von Irnfritz über 4 Kilometer zweigleisig
ausgebaut. Neben dem abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau ist die
Anhebung der Höchstgeschwindigkeit in manchen Streckenabschnitten der
Franz-Josefs-Bahn geplant. Die Bezirkshauptstadt Horn erhält bis zum
Fahrplanwechsel im Dezember 2030 eine teilweise neue und
elektrifizierte Streckenanbindung und damit erstmals eine attraktive
Verbindung ohne Umsteigen nach Wien. Weiters werden
Eisenbahnkreuzungen modernisiert oder aufgelassen.
Pendler auf der Franz-Josefs-Bahn dürfen sich über ein besseres
Angebot auf der Schiene freuen: Die neue Infrastruktur und die neu
errichteten elektronischen Stellwerke ermöglichen künftig zwischen
Wien und Gmünd sowie in die Gegenrichtung einen durchgehenden
Stundentakt bzw. einen Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit.
Weiters verkürzen sich die Fahrzeiten um bis zu zehn Minuten und es
gibt mehr Verbindungen: Zu den Stoßzeiten halten zusätzliche Züge in
Großweikersdorf, Ziersdorf, Limberg-Maissau und Eggenburg.
Weitere Informationen: Büro LH-Stellvertreter Udo Landbauer,
Alexander Murlasits, Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit,
Telefon 0676/812 13742, E-Mail [email protected]