LH Mikl-Leitner überreichte das „Goldene Komturkreuz“ des Landes Niederösterreich an Gottfried Helnwein

St. Pölten (OTS) – Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeichnete
heute, Dienstag,
Gottfried Helnwein mit dem „Goldenen Komturkreuz des Ehrenzeichens
für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich“ aus.

In herausfordernden Zeiten brauche es „ein klares Bekenntnis zu
Kunst und Kultur“, denn gerade jetzt brauche es „Künstlerinnen und
Künstler, die hinschauen, wo andere wegschauen, die uns Mut und
Perspektiven geben“, zeigte sich die Landeshauptfrau in ihrer
Ansprache überzeugt. „Niederösterreich ist ein Kunst- und Kulturland,
das für Weltoffenheit und Vielfalt steht“, verwies sie u. a. auf die
Kulturstrategie sowie die Investitionen in die kulturelle
Infrastruktur, vom Kulturbezirk in St. Pölten über die Kunstmeile
Krems bis hin zum neuen Rudolf Buchbinder-Saal in Grafenegg. „Kunst
und Kultur sind heute in Niederösterreich an allen Ecken und Enden
spürbar und erlebbar“, so Mikl-Leitner: „Sie sind Teil unserer
Identität und wichtige Kraftquelle“.

Eine derartige Entwicklung sei jedoch nur möglich gewesen, „weil
uns großartige Künstlerinnen und Künstler wie Gottfried Helnwein auf
diesem Weg begleitet haben“, meinte die Landeshauptfrau. Sie
bezeichnete Helnwein als „Meister seines Fachs“ und „Künstler von
Weltrang“, der „mit den Größten zusammengearbeitet“ und „neue
Maßstäbe gesetzt“ habe. Helnwein sei „eines der letzten
Universalgenies unserer Zeit“ und „einfach unverwechselbar“. Seine
Werke beschäftigten sich „mit Themen, die andere oft vermeiden“, mit
Gewalt, Macht, Verletzlichkeit und mit den Schattenseiten der
Geschichte und des menschlichen Lebens. „Gerade jetzt in unserer Zeit
braucht es Künstlerinnen und Künstler, die uns wachrütteln und
berühren“, betonte sie in diesem Zusammenhang.

Helnwein sei „ein Künstler von Welt“, aber auch „ein Weltbürger“,
der gleichzeitig „auch ein Niederösterreicher“ sei, sagte die
Landeshauptfrau weiters. So habe Helnwein etwa als Kind viel Zeit bei
den Großeltern im Weinviertel verbracht und sich diese starke
emotionale Verbindung zu Niederösterreich – auch durch Jugendfreunde
wie Manfred Deix und Joschi Bramer – stets erhalten. Mikl-Leitner
erinnerte auch an viele Besuche Helnweins im Kremser Karikaturmuseum,
das dem verstorbenen Manfred Deix gewidmet ist. „Niederösterreich war
für dich immer wieder ein wichtiger Ankerpunkt“, hielt sie fest.

Noch niemand zuvor habe ihm einen Preis oder eine Auszeichnung
angeboten, und diese Freiheit und Unabhängigkeit hätte er sich
eigentlich bewahren wollen, meinte der Geehrte in seinen
Dankesworten. „Jetzt haben Sie mir einen Strich durch die Rechnung
gemacht – ich bedanke mich trotzdem sehr“, meinte er mit ein wenig
Augenzwinkern. In seinen Worten sprach er auch über die Anfänge
seiner künstlerischen Laufbahn, vor allem über seine bereits sehr
frühe Beschäftigung mit den Themen Gewalt und Grausamkeit, die auch
mit seiner Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit in
Verbindung stehe. Schon früh hätten die Menschen „sehr emotional auf
meine Bilder reagiert“, erzählte er, und meinte: „Ich glaube, dass
die Ästhetik die Kraft hat, den Tod und das Grauen, das man nicht
aushalten kann, zu überwinden.“

Gottfried Helnwein zählt zu den bedeutendsten und international
renommiertesten österreichischen Künstlern der Gegenwart. Der 1948 in
Wien geborene Maler, Fotograf, Performance- und Installationskünstler
verbrachte prägende Kindheitsjahre bei seinen Großeltern im
Weinviertel. Nach dem Besuch der Höheren Graphischen Lehr- und
Versuchsanstalt, u. a. gemeinsam mit Manfred Deix, Josef Bramer und
Bernhard Paul, studierte Helnwein an der Akademie der bildenden
Künste Wien bei Rudolf Hausner. Bereits in den 1970er Jahren sorgte
er mit seinen hyperrealistischen, oft verstörenden Arbeiten
international für Aufsehen. Seine Werke thematisieren Gewalt, Macht,
Verletzlichkeit sowie die Schattenseiten der Geschichte. Helnwein
arbeitete unter anderem mit Andy Warhol, Lou Reed, Wim Wenders und
Carl Barks zusammen und gestaltete Cover für internationale Medien
wie den „Spiegel“, das „Time Magazine“ oder das „Rolling Stone
Magazine“. Seine Arbeiten waren und sind weltweit in den wichtigsten
Museen und Ausstellungshäusern zu sehen.