LH Mikl-Leitner, LH-Stv. Pernkopf: Niederösterreich richtet Stiftungsprofessur „KI in der Gesundheit“ ein

St. Pölten (OTS) – Das Land Niederösterreich wird an der Universität
für Weiterbildung
in Krems eine neue Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt „KI in der
Gesundheit“ einrichten. In einem Zeitraum von fünf Jahren werden
dafür 1,5 Millionen Euro bereitgestellt, informierten heute
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan
Pernkopf im Zuge einer Pressekonferenz, an der auch Gerald Gartlehner
von der Universität für Weiterbildung Krems und Sepp Hochreiter von
der Johannes Kepler Universität Linz teilnahmen.

„An der KI führt kein Weg vorbei, sie ist kein Zukunftsszenario,
sondern Realität und allgegenwärtig“, sagte die Landeshauptfrau
eingangs: „Unsere Aufgabe ist es, die KI optimal zu nutzen, und da
sind wir in Niederösterreich auf einem guten Weg.“ Eine Studie des
Instituts für Demoskopie und Datenanalyse zeige, dass bereits 83
Prozent der Menschen in Niederösterreich Erfahrungen mit KI gemacht
haben, 59 Prozent nutzen sie privat und 36 Prozent beruflich. Aber
nur jeder fünfte schätze seine eigenen KI-Kenntnisse als gut ein, so
Mikl-Leitner: „Daher sind wir angehalten, die Kompetenz im Bereich
der KI weiter zu stärken, wie wir das etwa mit dem Haus der
Digitalisierung oder dem Science Center in Tulln tun.“ Sie sei
„überzeugt, dass die KI für uns alle sehr viele Chancen bringt und
ein Werkzeug ist, das uns helfen kann und das wir nützen müssen.“
Europa sei hier stark gefordert, betonte sie: „Der globale KI-Markt
wird aktuell von den USA und China dominiert, von den weltweiten KI-
Investitionen fließen 61 Prozent an amerikanische Firmen und nur
sechs Prozent an europäische.“

Aus diesem Grund setze man jetzt auch den neuen
Forschungsschwerpunkt KI im Gesundheitsbereich, betonte sie. KI helfe
jetzt schon in den Landeskliniken, Krankheiten schneller zu erkennen
und Behandlungen wirksamer zu machen. „Die Chancen, die die KI für
die Gesundheit unserer Landsleute bietet, wollen wir nun weiter
erforschen“, meinte die Landeshauptfrau: „Darum finanzieren wir jetzt
eine Stiftungsprofessur an der Universität für Weiterbildung in
Krems, getragen vom Department für evidenzbasierte Medizin unter der
Leitung von Prof. Gartlehner.“ Die Schwerpunkte der neuen Professur
seien die bessere Bewertung von Therapien, die bessere
Verständlichkeit von Gesundheitswissen und die sinnvolle Nutzung von
Daten. Zum Start werde sich die Forschung auf Erkrankungen des
Bewegungsapparates konzentrieren, kündigte sie an.

„Wer die Wissenschaft schwächt gefährdet die Zukunft“, sagte LH-
Stellvertreter Stephan Pernkopf in seiner Stellungnahme. Während
Amerika ein „wahres Vertreibungs-Programm“ starte, „bieten wir für
Wissenschaft und Forschung eine Heimat. Aus Liebe zum Land und aus
Liebe zur Zukunft“, betonte er. Daher ziele die Stiftungsprofessur
auch nicht nur auf Professoren ab, sondern auch auf Doktoranden sowie
Studentinnen und Studenten.

Man dürfe das Thema KI nicht nur den USA und China überlassen,
„wir brauchen auch hier die Themenführerschaft in Europa“, so
Pernkopf weiters. In Niederösterreich habe man daher auch einen
Forschungsschwerpunkt zum Thema Künstliche Intelligenz um insgesamt
sechs Millionen Euro definiert. Insgesamt beschäftigten sich 21
Studiengänge an den Fachhochschulen in Niederösterreich mit dem Thema
KI, darüber hinaus sei ein neues KI-Labor in St. Pölten in Umsetzung,
informierte er.

„KI darf sich nicht nur um Daten drehen, der Mensch muss im
Mittelpunkt stehen“, hielt Pernkopf fest. Gerade im
Gesundheitsbereich könne KI aber einen wesentlichen Beitrag leisten:
„Ärztinnen und Ärzte können schnelle und sichere Diagnosen stellen,
das Pflegepersonal wird von administrativen Tätigkeiten entlastet und
die Patientinnen und Patienten bekommen eine bessere Behandlung mit
kürzeren Wartezeiten.“

Ziel sei es, die Professur mit Mitte 2026 zu besetzen, berichtete
Gerald Gartlehner und kündigte die Einrichtung eines eigenen
Forschungslabors im Bereich der Fakultät für Gesundheit und Medizin
an. Als Forschungsbereiche habe man die Versorgungsforschung, die
evidenzbasierte Information und die Automatisierung von
Evidenzsynthesen definiert, weil „diese Bereiche für die Qualität der
Gesundheitsversorgung extrem wichtig sind.“ Die Versorgungsforschung
untersuche etwa regionale Versorgungsunterschiede, die
evidenzbasierte Information wolle zur Verbesserung der
Gesundheitskompetenz der Bevölkerung beitragen – so etwa durch die
Übersetzung von Entlassungsbriefen in eine einfache, laiengerechte
Sprache, skizzierte er die Forschungsfelder.

Die Stiftungsprofessur sei „eine echt coole Sache“, freute sich
Sepp Hochreiter. In Europa werde das Gesundheitssystem „auf diesem
Level nur noch laufen können, wenn man KI einsetzt – es geht nicht
anders“, meinte er. KI könne hier sehr helfen, und gerade
Niederösterreich habe mit den Landeskliniken unter einem Dach einen
„Schatz“. Diesen Schatz wolle man mit der Forschung an der
Stiftungsprofessur heben. Denn KI könne in vielen Einsatzgebieten im
Gesundheitsbereich helfen, von der Logistik bis hin zur Diagnose:
„Die KI wird nicht über die Therapie entscheiden, aber sie kann
helfen, Daten besser zu verstehen.“