Lebensmittelhandel begrüßt Maßnahmen gegen Inflation

Wien (OTS) – Der österreichische Lebensmittelhandel (WKÖ) begrüßt die
Bemühungen
der Bundesregierung, die Teuerung einzudämmen. Besonders positiv hebt
der Obmann des Lebensmittelhandels hervor, dass die Bundesregierung
gegen territoriale Lieferbeschränkungen vorgeht. Unser Gremium
verfolgt diese Forderung schon seit geraumer Zeit und hat sich
bereits vor Monaten bei Terminen mit der Kommission in Brüssel aktiv
dafür eingesetzt. „Solche Beschränkungen verhindern günstigere Preise
für österreichische Konsument:innen. Es ist ein wichtiger Schritt,
dass diese Vorgehensweise endlich eingedämmt wird“, erklärt
Prauchner.

Gleichzeitig weist man jedoch auf die realen Ursachen der
Teuerung hin: „Der Lebensmittelhandel ist nicht Auslöser der
Inflation. Wir stehen am Ende einer langen Wertschöpfungskette, in
der sich steigende Preise von Energie, Rohstoffen, Transport und
Produktion kumulieren. Am Ende trifft es nicht nur die
Konsument:innen, sondern auch uns selbst als Handel“, betont Obmann
Christian Prauchner.

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat bereits in ihrer umfangreichen
Branchenuntersuchung bestätigt, dass die Margen des
Lebensmittelhandels nicht erhöht wurden und der Wettbewerb
funktioniert. Damit ist klar: Der Handel trägt die Verantwortung für
die aktuelle Teuerung nicht. „In diesem Zusammenhang stellt sich die
Frage, ob eine Ausweitung der Kompetenzen von
Bundeswettbewerbsbehörde und Statistik Austria tatsächlich einen
sinnvollen Beitrag leisten würde oder ob sie im Gegenteil die
Lebensmittelpreise durch noch umfangreichere Berichtspflichten
zusätzlich verteuern könnte“, merkt Christian Prauchner vom
Bundesgremium Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich
kritisch an.

Auch die Diskussion um die sogenannte Shrinkflation müsse korrekt
eingeordnet werden. „Wenn Produkte kleiner werden, liegt die
Verantwortung bei den Herstellern. Sie müssen das klar kennzeichnen.
Der Handel verkauft, was geliefert wird – wir sind nicht für die
Verpackungsgrößen der Produzenten verantwortlich“, so Prauchner.

Der Lebensmittelhandel steht jederzeit für konstruktive Gespräche
mit Politik und Gesellschaft zur Verfügung. Transparenz ist
ausdrücklich zu begrüßen, sie muss jedoch vor allem in den
vorgelagerten Stufen der Wertschöpfung ansetzen. Denn die
Haupttreiber der aktuellen Preissteigerungen liegen in der Produktion
und auf den Weltmärkten.

Aber auch die öffentliche Hand selbst befeuert derzeit die
Inflation. Daher fordert der Lebensmittelhandel, dass auch der Staat
seinen Beitrag leistet. „Durch Indexierungen und Valorisierungen
haben Gebühren und Abgaben zuletzt stark angezogen und heizen die
Inflation zusätzlich an. Das muss dringend gestoppt werden“, mahnt
Prauchner. Ein aktuelles Beispiel dafür sind die Anhebungen der
Parkgebühren und der Öffi-Tickets in Wien um 30 % ab 2026 sowie die
ebenfalls deutliche Erhöhung der Wiener Ortstaxe.

Ein weiteres großes Thema ist die Energie. „Wenn Energie durch
die starke Anhebung der Netzgebühren künstlich verteuert wird,
steigen die Preise in allen Gliedern der Versorgungskette. Wir
brauchen dringend günstigere Energie, nur so lässt sich die Inflation
wirksam bekämpfen“, so der Obmann weiter.

Nicht zuletzt ist auch der Bürokratieabbau entscheidend. Gesetze
und Genehmigungen müssen vereinfacht, Berichtspflichten reduziert
werden. „Jede Entlastung in der Bürokratie hilft, Kosten zu senken
und damit auch den Preisdruck abzufedern“, betont Prauchner. (
WK341/DFS)