Wiener Neustadt (OTS) – Die Lebenshilfe Niederösterreich bezieht klar
Stellung gegen die
heute von der FPÖ Niederösterreich geforderte Stärkung der
Sonderschulen sowie den Ausbau der Sonderpädagogik: Sonderschulen
sind keine zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen im
Bildungssystem – sie verfestigen Ausgrenzung statt Teilhabe.
Zwtl.: Kinder auszusondern ist keine Bildungspolitik
„Die beste Bildung für alle Kinder ist die gemeinsame Bildung,
nicht die Sonderschule“, betont Friederike Pospischil, Präsidentin
der Lebenshilfe Niederösterreich. Zahlreiche internationale Studien
sowie die UN-Behindertenrechtskonvention zeigen klar: Inklusive
Bildung stärkt alle Kinder – mit und ohne Behinderungen – und fördert
soziale Kompetenzen, Chancengerechtigkeit und Selbstbestimmung.
Zwtl.: Inklusion ist ein Menschenrecht!
Österreich hat sich mit der Ratifizierung der UN-
Behindertenrechtskonvention verpflichtet, ein inklusives
Bildungssystem auf allen Ebenen umzusetzen. Der weitere Ausbau oder
die politische Aufwertung von Sonderschulen widerspricht diesem Ziel
fundamental.
„Sonderschulen sind kein Schutzraum, sondern oft eine Sackgasse.
Kinder mit Behinderungen brauchen keine Sonderwege, sondern die
notwendige Unterstützung im gemeinsamen Bildungssystem“, so
Friederike Pospischil.
Zwtl.: Probleme im System dürfen nicht auf dem Rücken der Kinder
gelöst werden
Die Lebenshilfe Niederösterreich weist darauf hin, dass
bestehende Herausforderungen – etwa Personalmangel, fehlende
Ressourcen oder unzureichende Unterstützungssysteme – kein Argument
gegen Inklusion sind. Im Gegenteil: Sie zeigen, dass das
Regelschulsystem dringend besser ausgestattet werden muss.
Um eine inklusive Bildungslandschaft in Österreich zu schaffen,
bedarf es einer umfassenden Reform unseres Bildungssystems. Bildung
darf nicht als Frage der Eignung von Kindern betrachtet werden, die
sich an die jeweilige Bildungseinrichtung anpassen müssen, sondern
als Aufgabe, chancengerechte Rahmenbedingungen für alle zu schaffen.
Erfolgreiche Beispiele aus Ländern wie Kanada, Finnland, Portugal und
Italien zeigen, dass ein inklusives Schulsystem möglich ist.
Zwtl.: Statt Kinder auszugliedern, braucht es:
– ausreichend Unterstützungspersonal (z. B. Assistenz,
Therapeut:innen),
– barrierefreie Lernumgebungen,
– kleinere Klassen und
– verpflichtende inklusive Ausbildung für alle Pädagog:innen.
Zwtl.: Klare Forderung an die Politik:
– den Ausbau inklusiver Bildung konsequent voranzutreiben,
– keine neuen Sonderschulen zu schaffen und
– bestehende Strukturen schrittweise in inklusive Angebote zu
überführen.
Zwtl.: Sonderschulen trennen, statt zu verbinden
Eine Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit Vielfalt umgeht.
Wer heute auf Sonderschulen setzt, setzt auf Ausgrenzung von morgen.
Ein inklusives Schulsystem ist die Voraussetzung, um eine inklusive
Arbeitswelt zu schaffen.