Wien (OTS) – Bei der dritten Verhandlungsrunde für die 430.000
Angestellten und
20.000 Lehrlinge im Handel konnten sich die Sozialpartner heute
Montag nach acht Verhandlungsstunden auf einen Abschluss einigen. Die
Mindestgehälter in der Branche steigen mit 1. Januar um 2,55%, wobei
die betragsmäßige Überzahlung aufrecht bleibt. Es wird auf den
nächsten vollen Euro gerundet. Seitens der Gewerkschaft GPA konnten
wichtige Verbesserung bei den Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden.
„Der heutige Abschluss ist ein Kompromiss angesichts der
wirtschaftlichen Lage. Zentral ist für uns, dass wir eine nachhaltige
Gehaltserhöhung für alle Kolleginnen und Kollegen garantieren
können“, betont Mario Ferrari, Chefverhandler der Gewerkschaft GPA.
„Es war uns besonders wichtig, dass der Abschluss keine
Einmalzahlungen enthält und somit eine dauerhaft wirksame
Gehaltserhöhung für alle Angestellten gesichert wird“, betont auch
Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der
Gewerkschaft GPA und Betriebsratsvorsitzender der Morawa
Buchhandlungen.
Bei den Arbeitsbedingungen in der Branche konnten wichtige
Verbesserungen erzielt werden: „Gerade angesichts der hohen Zahl von
Teilzeitbeschäftigten im Handel ist die Möglichkeit einer Erhöhung
der Arbeitszeit bei regelmäßiger Mehrarbeit ein entscheidender
Schritt zu mehr Arbeitszeitqualität in der Branche!“, betont
Chefverhandler Ferrari weiter. Ebenfalls im Kollektivvertrag fixiert
wird die Möglichkeit die Verteilung der wöchentlichen
Normalarbeitszeit mittels einer Betriebsvereinbarung auf fünf Tage zu
reduzieren. „Das ist ein zentraler Schritt hin zu mehr Planbarkeit
und bessere Vereinbarkeit für fast eine halbe Million Beschäftigter“,
ergänzt Müllauer. Von der bisherigen Regelung, dass auf einen
gearbeiteten Samstag ein arbeitsfreier Samstag folgt, kann auf Antrag
der Arbeitnehmerin mit Zustimmung des Betriebsrats, sofern vorhanden,
abgegangen werden. Dabei müssen am Samstag die vollen
kollektivvertraglichen Zuschläge weiterhin bezahlt werden.
Mit der Erhöhung des Lehrabschluss-Bonus auf 250 Euro (
ausgezeichneter Erfolg), beziehungsweise 200 Euro (guter Erfolg)
setze man einen weiteren wichtigen Anreiz: „Unsere jungen Kolleginnen
und Kollegen sind mit Herzblut bei der Sache, trotzdem ist der Beruf
körperlich wie psychisch fordernd. Umso wichtiger ist es, dass wir
die Leistung jener anerkennen, die sich für eine Ausbildung im Handel
entscheiden“, erläutert Müllauer abschließend.