KV Finance: Einigung in sechster Verhandlungsrunde erzielt

Wien (OTS) – In der heutigen sechsten Verhandlungsrunde konnten sich
die
Sozialpartner auf einen Kollektivvertragsabschluss für die rund
68.000 Beschäftigten des Finanzsektors einigen. Das nun erzielte
Gesamtpaket besteht aus monetären wie dienstrechtlichen
Verbesserungen. So werden die kollektivvertraglichen Mindestgehälter
um drei Prozent sowie einen Fixbetrag von fünf Euro erhöht. Die
Lehrlingseinkommen sowie die Kinderzulage steigen um 3,13 Prozent.
Ergänzt wird dies durch Neuerungen im Dienstrecht, speziell zur
besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Seitens der
Gewerkschaft GPA sieht man einen schwierigen, aber tragfähigen
Kompromiss.

„Der heute erzielte Abschluss ist eine Einigung an der
Schmerzgrenze. Einzelne Punkte wären für sich allein nicht
ausreichend gewesen. Doch in Summe bringt der Abschluss spürbare,
nachhaltige Verbesserungen für Einkommen und zur Vereinbarkeit von
Beruf und Familie“, betont Wolfgang Pischinger, Chefverhandler der
Gewerkschaft GPA und Zentralbetriebsrat der OBERBANK. „Zentral ist,
dass wir Einmalzahlungen abwenden und damit eine nachhaltige
Gehaltserhöhung für alle Kolleginnen und Kollegen sichern konnten.
Durch die Anwendung des Fixbetrags nehmen wir zudem Rücksicht auf
niedrigere Einkommensgruppen“, so Pischinger weiter.

Im Bereich des Dienstrechts konnte eine Erweiterung der
Pflegefreistellung um zwei Tage pro Jahr erreicht werden. Dies gilt
sowohl für Kinder als auch für Eltern, Partner:innen und Enkelkinder.
Zudem ist die zweite Woche Pflegefreistellung nun für Kinder bis zu
14 Jahren möglich. „Das bedeutet eine konkrete Verbesserung für alle
Beschäftigten mit Betreuungspflichten. Vor allem dann, wenn Betreuung
plötzlich organisiert werden muss“, betont Anita Palkovich,
Verhandlerin der Gewerkschaft GPA. Zusätzlich erhalten Beschäftigte
mit behinderten Kindern die doppelte Kinderzulage. Die Gewerkschaft
sieht darin einen zentralen Schritt, um jene zu unterstützen, die
besonders viel zu schultern haben.

„Genau diese Kombination aus linearer Erhöhung und
familienfreundlichen Verbesserungen macht das Paket tragfähig“, so
Pischinger und Palkovich. „Die Betriebsversammlungen und Aktionen der
letzten Wochen haben die entscheidende Bewegung auf Arbeitgeberseite
gebracht. Dass heute ein Abschluss erzielt werden konnte, ist der
breiten Rückendeckung aus den Betrieben zu verdanken“, führen
Pischinger und Palkovich abschließend aus.