Wien (OTS) – Auch die siebente Verhandlungsrunde für die rund 50.000
Beschäftigten
der chemischen Industrie wurde am 2. Juni nach 14 Stunden ohne
Ergebnis unterbrochen . Daher folgen ab kommender Woche befristete
Streiks im Ausmaß von bis zu acht Stunden in den Betrieben.
“Das neue Angebot der Arbeitergeber liegt bei lediglich 0,5
Prozent plus 300 Euro Einmalzahlung oder 2 Prozent aber erst ab
Oktober 2026 bis April 2028. Das würde einer jährlichen Erhöhung von
nur 0,79 Prozent entsprechen. Nach sieben Runden ist das mehr als
unverschämt und zeigt die Geringschätzung, die den Beschäftigten
entgegengebracht wird. Wie angekündigt, werden daher die Streiks
ausgeweitet”, sagen die Verhandlungsleiter der
Arbeitnehmer:innenseite, Hubert Bunderla (PRO-GE) und Mario Mayrwöger
(GPA).
“Die Beschäftigten der chemischen Industrie haben bereits mit
Warnstreiks ihrer Forderung nach fairen Erhöhungen der Löhne und
Gehälter Nachdruck verliehen. Jetzt kommt es zu einer weiteren
Eskalation des Konfliktes, denn diese Frotzelei der Arbeitgeberseite
werden wir nicht unwidersprochen hinnehmen”, unterstreichen Bunderla
und Mayrwöger. Die beiden Gewerkschafter betonen, dass die
Arbeitnehmer:innenseite durchaus Entgegenkommen gezeigt habe, um zu
einem für beide Seiten vertretbaren Verhandlungsergebnis zu kommen.
Um Bewegung in die Verhandlung zu bringen, ist man von der
offiziellen Forderung nach einem Lohn- und Gehaltsplus von 3,5
Prozent abgerückt und hat die Forderung auf 3 Prozent reduziert.
“Die Beschäftigten spüren in den Betrieben, dass sich die
Auftragsbücher wieder füllen und damit der Arbeitsdruck steigt. Trotz
allem sollen sie auf ordentliche Erhöhungen der Löhne und Gehälter
verzichten, während die Manager in den letzten Jahren kräftig
zugelangt haben. Der Zorn der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist
daher mehr als berechtigt”, so die Gewerkschafter.
Der Kollektivvertrag sollte bereits seit 1. Mai gelten. Es wurde
noch kein weiterer Verhandlungstermin fixiert.