Wien (OTS) – In der achten Verhandlungsrunde einigten sich die
Gewerkschaften PRO-
GE und GPA mit den Arbeitgebern nach 14 Stunden auf einen
Kollektivvertragsabschluss für die rund 50.000 Beschäftigten der
Chemischen Industrie. Die IST-Löhne und -Gehälter steigen um 1,8
Prozent, maximal aber um 100 Euro. Dazu kommt eine Einmalzahlung von
300 Euro oder ein zusätzlicher freier Tag. Die KV-Löhne und -Gehälter
werden um 2 Prozent erhöht, Lehrlinge erhalten ebenfalls 2 Prozent
mehr.
„Dass heute dieser harte Kompromiss erzielt werden konnte, ist
auf die Kampfkraft der Belegschaften zurückzuführen. Ohne den großen
Rückhalt und die Solidarität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
wäre ein Abschluss nicht möglich gewesen“, betonen die Verhandler der
Arbeitnehmer:innenseite Hubert Bunderla (PRO-GE) und Mario Mayrwöger
(GPA). Über sechs Runden beharrte die Arbeitgeberseite auf einer de
facto Nulllohnrunde, erst durch Betriebsversammlungen, Warnstreiks
und befristete Streiks kam Bewegung in die Verhandlungen. Noch in der
siebten Runde lag das Angebot der Arbeitgeberseite bei lediglich 0,5
Prozent plus 300 Euro Einmalzahlung. Durch die Maßnahmen der
Gewerkschaften konnte dieses um 1,3 Prozentpunkte auf 1,8 Prozent
verbessert werden.
„Dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen sind essenziell für die
Beschäftigten, sie leiden unter den steigenden Preisen. Deshalb haben
wir nicht nachgegeben, bis sich die Arbeitgeberseite bewegt hat“, so
Bunderla und Mayrwöger. Es sei unverständlich, dass man dieses Jahr
acht Runden gebraucht habe, um ein Ergebnis zu erzielen. „Bei
künftigen Kollektivvertragsverhandlungen erwarten wir, dass die
Arbeitgeberseite wieder mehr Verhandlungsbereitschaft zeigt“.
Im Rahmenrecht konnte man sich auf eine zusätzliche Woche
Pflegefreistellung für Eltern von behinderten Kindern einigen.
Darüber hinaus erhalten Lehrlinge, die die Lehrabschlussprüfung mit
ausgezeichnetem Erfolg abschließen, 150 Euro, bei gutem Erfolg werden
100 Euro ausbezahlt.
Der Kollektivvertrag gilt rückwirkend ab 1. Mai 2026.