Wien (OTS) – Die KV-Verhandlungen für die Metalltechnische Industrie
konnten heute
erfolgreich abgeschlossen werden. Christian Knill, Obmann des
Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Es war wichtig, dass wir
heuer einen vernünftigen und pragmatischen Abschluss vereinbaren
konnten. Die lösungsorientierte Sozialpartnerschaft zeigt damit
wieder ein Lebenszeichen. In den vergangenen Monaten haben wir in
vielen Gesprächen mit der Gewerkschaft eine gemeinsame Sichtweise auf
den dramatischen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen
entwickelt. Mit dieser sozialpartnerschaftlichen Einigung geben wir
den Beschäftigten und Unternehmen eine Perspektive für den
Produktionsstandort Österreich. Der Abschluss läuft über zwei Jahre,
besteht aus flexiblen Elementen und einer noch vertretbaren
nachhaltigen Komponente. Das ist ein erster Schritt in die richtige
Richtung.“
Der Zweijahresabschluss für die metalltechnische Industrie setzt
sich aus den folgenden Elementen zusammen:
1. November 2025
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Die IST-Löhne und -Gehälter in der Metalltechnischen Industrie
steigen ab dem 1. November 2025 um 1,41 %.
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Dazu erhalten die Beschäftigten im Zeitraum November 2025 bis
Juni 2026 entweder zweimal zwei Tage zusätzliche Freizeit oder
zweimal 500 Euro in Form einer Einmalprämie zur Sicherung der
Kaufkraft. Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung wird auf
betrieblicher Ebene sozialpartnerschaftlich entschieden.
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Die Grundstufen der kollektivvertraglichen Mindestentgelte, also
die jeweiligen Einstiegsgehälter je Beschäftigungsgruppe, steigen um
2 %.
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Die Lehrlingseinkommen steigen ebenfalls um 2 %, und sie erhalten
Einmalzahlung von 250 Euro.
1. November 2026
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Die IST-Löhne und -Gehälter steigen ab dem 1. November 2026 um
1,9 %.
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Die Grundstufen der kollektivvertraglichen Mindestentgelte
steigen um 2,1 %.
Der Anstieg der Löhne und Gehälter orientiert sich am
Inflationsziel in der Eurozone und soll auch ein Signal an andere
Branchen sowie die Bundesregierung senden. Alle Akteure müssen
gemeinsam durch zurückhaltende Lohnabschlüsse und eine aktive
Wirtschaftspolitik dazu beitragen, die Inflation auf den europäischen
Zielwert zu bringen.
„Die Orientierung der Lohnerhöhungen an der heimischen Inflation
hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Lohnkosten im
Vergleich zu unseren Mitbewerbern viel zu stark gestiegen sind.
Dadurch sind die Produkte der Metalltechnischen Industrie aus
österreichischer Produktion auf den Weltmärkten preislich nicht mehr
wettbewerbsfähig. Unser Ziel war es, diese Entwicklung zu stoppen.
Mit diesem Abschluss können wir den Unterschied zu den Mitbewerbern
etwas glätten und den Betrieben in der Kalkulation etwas mehr
Spielraum verschaffen. Nach einigen schwierigen Jahren konnten die
Sozialpartner nun wieder ihre gemeinsame Lösungskompetenz unter
Beweis stellen. Allein über den Kollektivvertrag werden wir die
großen Probleme am Standort Österreich aber nicht lösen können. Dazu
braucht es eine deutlich aktivere Standortpolitik, eine Senkung der
Lohnnebenkosten und eine konkrete Entlastung der Unternehmen von
bürokratischem Aufwand“, so Christian Knill abschließend.
Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie (MTI) ist Österreichs stärkste Branche
und bildet das Rückgrat der heimischen Industrie. Sie erwirtschaftet
einen Produktionswert von 45,2 Milliarden Euro (2024), beschäftigt
direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt bis zu
300.000 Arbeitsplätze in Österreich. Die exportorientierte Branche
ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus
Familienunternehmen und ist für ein Fünftel aller österreichischen
Exporte verantwortlich.
Insgesamt sind im Fachverband Metalltechnische Industrie über 1.100
Unternehmen vertreten, die unter anderem in den Bereichen
Maschinenbau, Metallwaren, Anlagenbau, Stahlbau und Gießerei tätig
sind. Rund 800 davon haben ihren Produktionsschwerpunkt in der
Metalltechnischen Industrie und wenden den Kollektivvertrag der MTI
an.
Der Fachverband Metalltechnische Industrie ist einer der größten
Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände Österreichs und eine
eigenständige Organisation in der Wirtschaftskammer Österreich.