„kulturMONTAG“: Schwerpunkt zum Weltfrauentag, steirische Kulturszene in Finanznöten, neues Mitmannsgruber-Programm

Wien (OTS) – Clarissa Stadler präsentiert den „kulturMONTAG“ am 9.
März 2026 um
22.30 Uhr in ORF 2, der sich u. a. anlässlich des Weltfrauentags mit
Projekten aus Kunst und Gesellschaft gegen Frauenfeindlichkeit
befasst. Passend zum Anlass erinnert eine an das Magazin
anschließende Dokumentation an „Alice Guy – Die vergessene
Filmpionierin“ (23.15 Uhr). Weiters berichtet der „kulturMONTAG“ u. a
über die Auswirkungen des politischen Spardrucks in der steirischen
Kulturszene und blickt auf das neue Kabarettprogramm von Shootingstar
Benedikt Mitmannsgruber.

„1996“ – Neues Kabarett von Shootingstar Benedikt Mitmannsgruber

Die Komik des Norweger-Pullis – diese Entdeckung verdankt die
Welt dem jungen Kabarettisten Benedikt Mitmannsgruber. Als „liabes“
Landei par excellence, angetan mit besagtem Outfit, Schnauzer und
treuherzigem Blick, erzählt der Oberösterreicher in seinen Programmen
vom Aufwachsen im tiefen Mühlviertel, dem Zauber der Provinz oder den
Gefahren der Großstadt. Marke „sensibler Loser“, trocken und
authentisch, wie er ist, merkt man ihm nicht an, dass ihn sein großer
Erfolg eigentlich schockiert, wie er sagt. „1996“, das Jahr seiner
Geburt vor 30 Jahren, ist der Titel seines neuen Programms: Warum
sich das Publikum in der ersten Reihe warm anziehen muss (eventuell
einen Norweger-Pulli), zeigt der „kulturMONTAG“ nach der Premiere im
Wiener Stadtsaal.

Zwischen Kollaps und Aufbruch – Steirische Kulturszene in
finanziellen Nöten

Für DJs und Diskussionen, für hippe Experimente in allen
Kunstdisziplinen, für gesellschaftlichen und politischen Diskurs
steht das renommierte Elevate Festival in Graz, das noch bis 8. März
auch Zukunftsfragen beleuchtet. Eine spezielle Zukunftsfrage stellen
sich derzeit nicht nur die Elevate-Macher:innen, sondern die gesamte
steirische Kulturszene: Wie soll es in Zeiten des Spardrucks
weitergehen? Auch große Institutionen wie die Bühnen Graz müssen
Einschnitte verdauen, Förderungen für die vielfältige freie Szene
waren seit November 2025 gestoppt, selbst etablierte Initiativen
wissen nicht, ob und wie es weitergehen kann. Jetzt will die blau-
schwarze Landesregierung neue Kunst- und Kulturförderrichtlinien
ebenso wie Projekt- und Jahresförderungen auf Schiene bringen. Der
„kulturMONTAG“ spricht mit Kulturveranstalterinnen sowie
Verantwortungsträgern und stellt spannende neue Projekte wie das Gold
-&-Pech-Theater in Eggersdorf vor, das das Wagnis eingegangen ist,
ganz ohne Subventionen aufzusperren.

Feindbild Frau? Kunst und Gesellschaft gegen Frauen-Hass

Alljährlich zum Frauentag am 8. März häufen sich Bekenntnisse,
Aufrufe und Demonstrationen, die die Ungleichheit in der Gesellschaft
anprangern – bei Bezahlung, Führungspositionen oder öffentlichen
Ämtern. Ernüchternd ist die Diagnose der UNO nach Jahrzehnten des
Kampfs für Gleichberechtigung: „Kein Land der Welt hat die
vollständige rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern
erreicht.“ Weltweit sind Frauen wesentlich häufiger Opfer von
Gewalttaten als Männer, gerade in Österreich ist die Femizid-Quote
höher als in anderen Ländern. Zunehmend werden aber Männer in die
Pflicht genommen, an der Seite von Frauen für mehr Gerechtigkeit zu
kämpfen. Der „kulturMONTAG“ besucht die erste Demonstration gegen
Männergewalt, bei der sich etwa auch die Wiener Männerberatung
engagiert. Mit Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig spricht das
Magazin über ihr aktuelles Buch „Feindbild Frau“, in dem sie sich mit
dem Hass gegen Frauen im Internet auseinandersetzt. Thema der Sendung
ist auch die US-amerikanische Künstlerin Sue Williams, die in ihren
Gemälden Erfahrungen sexueller Gewalt verarbeitet, ebenso die junge
Frauen-Punk-Band „Black SunZet“, die mit ihrem Song „My Body, My
Choice“ den Protestsongcontest gewonnen hat.

Dokumentation „Alice Guy – Die vergessene Filmpionierin“ (23.15
Uhr)

Sie war die erste Regisseurin und Produzentin in der
Filmgeschichte und dennoch kennt kaum jemand ihren Namen: Alice Guy.
Mit fantasievollen, teils slapstickhaften Filmen begeisterte die 1873
geborene Französin Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die
Menschen. Kurz nachdem die Brüder Lumière ihren ersten Film zeigten,
der nicht mehr war als eine technische Sensation, drehte sie bereits
mit 23 Jahren als einer der ersten Menschen einen Spielfilm. Zehn
Jahre später leitete sie das damals größte Filmstudio der Welt.
Sergej Eisenstein und Alfred Hitchcock lobten die Arbeiten der
Filmpionierin, denn ihre filmische Produktivität war für die damalige
Zeit beeindruckend hoch. Schließlich realisierte Alice Guy ab 1896
rund 1.000 Filme und lotete die Möglichkeiten dieser neuen Kunstform
aus. Sie war ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht voraus, experimentierte
mit Inszenierung, Schnitt, Spezialeffekten und frühen
Tonfilmverfahren und prägte damit entscheidend die Entwicklung des
narrativen Kinos.

Trotz ihres außerordentlichen Erfolgs wurde Guy später über
Jahrzehnte aus der Filmgeschichtsschreibung verdrängt. Ein Umstand,
der von vielen Filmemacherinnen als symptomatisch für eine von
Männern dominierte Branche gesehen wird. In Anlehnung an Memoiren und
Schriften von Alice Guy sowie mit Illustrationen von Catel Muller
zeichnet die von Nathalie Masduraud und Valérie Urréa gestaltete
Dokumentation das Porträt dieser herausragenden Frauenpersönlichkeit
und schenkt ihr die ihr so lang verwehrte, aber verdiente
Aufmerksamkeit.