Wien (OTS) – “Der zunehmende Mangel an Nutztierärztinnen und
Nutztierärzten stellt
die bäuerlichen Familienbetriebe im ländlichen Raum vor immer größere
Herausforderungen. Besonders bei Notfällen außerhalb der regulären
Arbeitszeiten wird die tierärztliche Versorgung in vielen Regionen
zunehmend zur Belastungsprobe.” Das sagte heute, Montag, ÖVP-Abg.
Andreas Kühberger. Der Abgeordnete hat daher die Petition
“Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zur
Stärkung der Landwirtschaft und des Tierwohls” gemeinsam mit ÖVP-
Landwirtschaftssprecher Abg. Georg Strasser und ÖVP-
Tierschutzsprecher Abg. Josef Hechenberger im Nationalrat
eingebracht. Ziel ist es, durch konkrete Maßnahmen die
flächendeckende Versorgung von Nutztieren langfristig abzusichern.
Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf deutlich: Bereits im Jahr
2027 wird österreichweit ein Defizit von 30 bis 50
Vollzeitäquivalenten im Bereich der Nutztiermedizin erwartet. Bis
2032 könnte dieser Mangel laut Prognosen auf 70 bis 105
Vollzeitäquivalente anwachsen – das entspricht rund 85 bis 120
fehlenden Tierärztinnen und Tierärzten. Gleichzeitig konzentriert
sich der Großteil der Absolventinnen und Absolventen auf den
Kleintierbereich, während viele erfahrene Großtierärzte in den
kommenden Jahren in Pension gehen.
“Diese Aussichten sind alarmierend. Wenn wir jetzt nicht handeln,
gefährden wir Tierwohl, Versorgungssicherheit und die Zukunft unserer
bäuerlichen Betriebe”, betont Kühberger. Er fordert gezielte
Studienplätze im Bereich der Nutztiermedizin mit regionaler Bindung,
ein österreichweit koordiniertes System für die tierärztliche
Notfallversorgung sowie verbesserte Rahmenbedingungen für
Praxisgründungen im ländlichen Raum.
Kühberger sieht darin nicht nur eine Herausforderung für einzelne
Betriebe, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette im ländlichen
Raum – von Tiergesundheit über Lebensmittelsicherheit bis hin zur
regionalen Versorgung. Mit der Petition wird daher ein klares Signal
an die zuständigen Bundesministerien gesendet, rasch wirksame
strukturelle Maßnahmen umzusetzen. Hier der Link zur Petition:
https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/PET/16
(Schluss)