Korruptionsranking 2025: Leichte Verbesserung für Österreich

Wien (OTS) – 10.02.2026: Der heute veröffentlichte
Korruptionswahrnehmungsindex
2025 (Corruption Perception Index „CPI“ 2025) von Transparency
International (TI) zeigt für Österreich eine leichte Verbesserung.
Mit 69 Punkten und Rang 21 verbessert sich Österreich gegenüber dem
Vorjahr (67 Punkte, Rang 25). Nach dem historischen Tiefpunkt im CPI
2024 deutet das Ergebnis auf eine vorsichtige Trendumkehr hin.
Österreich bleibt jedoch im westeuropäischen Mittelfeld. Von einer
nachhaltigen Stabilisierung kann daher noch nicht gesprochen werden.

„ Die Verbesserung im CPI 2025 ist ein positives Signal, aber
kein Grund zur Entwarnung“, betont Mag. Bettina Knötzl,
Vorstandsvorsitzende von Transparency International Austria. „Der
Index zeigt, dass Reformen Wirkung entfalten können. Das ist wichtig
für den Wirtschaftsstandort Österreich, für breiten Wohlstand und für
die Wahrung demokratischer Werte. Gleichzeitig bleibt Korruption
hierzulande ein strukturelles Problem, das wirtschaftliche
Entwicklung bremst und Vertrauen in staatliche Institutionen
untergräbt.“

Transparenz und Kontrolle: Reformen müssen wirksam umgesetzt
werden

Mit dem Informationsfreiheitsgesetz wurde in Österreich ein
wichtiger Schritt zur Stärkung von Transparenz und öffentlicher
Kontrolle gesetzt. Ob sich dieser Paradigmenwechsel nachhaltig
auswirkt, hängt jedoch maßgeblich von der Umsetzung ab, insbesondere
von der proaktiven Veröffentlichung staatlicher Informationen und der
tatsächlichen Zugänglichkeit für Öffentlichkeit, Medien und
Zivilgesellschaft.

Gesamtergebnis CPI 2025:

Die Ergebnisse aller im diesjährigen CPI erfassten Staaten finden
Sie auf der Website von Transparency International: Home-
Transparency.org

An der Spitze des CPI 2025 liegt erneut Dänemark mit 89 Punkten.
Es folgen Finnland (88 Punkte) und Singapur (84 Punkte). Die
kontinuierlich hohen Platzierungen dieser Länder zeigen, dass
Korruptionsbekämpfung dort langfristig politisch priorisiert wird. Am
unteren Ende des Index rangieren Somalia und Südsudan mit jeweils 9
Punkten sowie Venezuela mit 10 Punkten.

Westeuropa und die EU zählen weiterhin zu den bestbewerteten
Regionen im Corruption Perceptions Index. Gleichzeitig wird jedoch
deutlich, dass die Korruptionsbekämpfung in den vergangenen zehn
Jahren weitgehend stagniert ist. Der durchschnittliche CPI-Wert der
Region ist von 66 auf 64 Punkte gesunken und mehr Länder haben sich
verschlechtert als verbessert . Die im Dezember 2025 beschlossene EU-
Antikorruptionsrichtlinie spiegelt diese Entwicklung wider. Anstelle
verbindlicher und ambitionierter Standards wurde ein sichtlich
abgeschwächtes Regelwerk verabschiedet, das auch für nationale
Reformprozesse nur begrenzte Impulse setzt. Zudem ist zu beachten,
dass der CPI die internationale Dimension nicht direkt abbildet:
Viele europäische Länder – insbesondere jene mit bedeutenden
Finanzplätzen – begünstigen den internationalen Fluss illegaler
Gelder. Diese entziehen den öffentlichen Haushalten anderer Länder
erhebliche Mittel und untergraben die globalen Bemühungen zur
Korruptionsbekämpfung.

Globale Entwicklungen: Korruption untergräbt Vertrauen und
Wohlstand

Global zeigt der CPI eine anhaltende Verschärfung der Lage.
Transparency International beobachtet eine Erosion politischer
Integrität selbst in etablierten Demokratien, eine zunehmende
Einschränkung von zivilgesellschaftlichen Handlungsspielräumen sowie
wachsende öffentliche Frustration über Ungleichheit und unzureichende
öffentliche Leistungen. Korruption konzentriert Macht in den Händen
weniger, untergräbt Vertrauen in staatliche Institutionen und
verstärkt soziale Ungleichheit – innerhalb von Staaten ebenso wie
global.

TI-Austria fordert konsequente Umsetzung und nächste Schritte

Vor diesem Hintergrund bekräftigt Transparency International
Austria seine „Zehn Forderungen an die Bundesregierung“ (November
2024). Diese enthalten wirksame Maßnahmen zur Korruptionsprävention –
darunter unabhängige Ermittlungen, die Sicherung der Medienfreiheit
sowie ein effektiver Hinweisgeber:innenschutz (abrufbar unter: 10-
Forderungen-an-die-neue-Regierung-.pdf ).

1. Forderung

Unabhängige Ermittlungen! Die Weisungsspitze der
Staatsanwaltschaften ist von dem/der Bundesminister:in für Justiz zu
entkoppeln!

2. Forderung

Stärkung der Medienunabhängigkeit! Staatliche Förderungen
ausbauen und Medienvielfalt sichern, keine finanzielle Verschränkung
mit redaktionellen Inhalten!

3. Forderung

Verbesserung des Hinweisgeber:innenschutzes! Ausweitung des
Anwendungsbereichs auf alle Rechtsakte und öffentliches
Sichtbarmachen der Durchsetzung!

„Wir befinden uns auch in Österreich in einer Phase wachsender
politischer Polarisierung, geopolitischer Spannungen und zunehmender
demokratischer Belastungen – gerade jetzt sind starke, unabhängige
Institutionen und glaubwürdige Integritätsstandards besonders
gefordert“, betont Knötzl. „Stattdessen erleben wir zu viele
Korruptionsskandale. Defizite bei Transparenz müssen beseitigt
werden, damit Kontrolle und politischer Verantwortung gelebt werden
können. Österreich braucht – mehr denn je – eine integre politische
Führung, die Vertrauen in ihre Absichten schafft und
demokratiezersetzenden Kräften den Wind aus den Segeln nimmt. Genau
hier setzen unsere zehn Forderungen an.“

Methodologie

Der CPI bezieht sich auf die letzten zwei Jahre und aggregiert
Daten aus 13 unabhängigen Datenquellen von 12 verschiedenen
Institutionen, darunter die Bertelsmann Stiftung, das World Economic
Forum und der Economist. Diese Datenquellen bewerten die Wahrnehmung
des Korruptionsniveaus im öffentlichen Sektor durch Expert:innen und
Geschäftsleute. Die Ergebnisse werden auf einer Skala von 0 (hohes
Maß an wahrgenommener Korruption) bis 100 (keine wahrgenommene
Korruption) dargestellt. Der CPI erfasst verschiedene
Erscheinungsformen von Korruption, darunter Bestechung,
Zweckentfremdung öffentlicher Gelder, Nepotismus im öffentlichen
Dienst sowie die Vereinnahmung staatlicher Institutionen durch
private Interessen ( State Capture ). Darüber hinaus analysieren
einige Quellen die vorhandenen Mechanismen zur Korruptionsprävention,
wie etwa den Schutz von Hinweisgeber:innen, die Unabhängigkeit der
Justiz, Transparenzvorgaben für Amtsträger:innen und den Zugang zu
Regierungsinformationen. Um eine konsistente Vergleichbarkeit über
die Jahre hinweg sicherzustellen, werden die Daten standardisiert und
durch ein statistisches Reskalierungsverfahren auf eine einheitliche
Skala gebracht. Dabei unterliegt die Berechnung des Index strengen
Qualitätskontrollen: Die Daten werden unabhängig durch mehrere
Forschende überprüft und mit einem Konfidenzintervall versehen, um
Unsicherheiten transparent zu machen. Änderungen im Index werden nur
als signifikant betrachtet, wenn sie statistisch nachweisbar sind.
Der CPI hat sich als ein wesentliches Instrument etabliert, um das
schwer greifbare Phänomen der Korruption in Zahlen zu fassen und die
Entwicklungen in verschiedenen Staaten vergleichbar zu machen. Er
liefert damit eine verlässliche Grundlage für Regierungen,
Unternehmen und die Zivilgesellschaft, um Maßnahmen gegen Korruption
gezielt voranzutreiben.