KORREKTUR zu OTS0080 vom 23.03.2026: Österreichische Polizei revolutioniert Fahndungstechnik

Wien (OTS) – KORREKTUR-HINWEIS
Zitat von Peter Hanke

Im Rahmen eines Lokalaugenscheins in den Räumlichkeiten
der
Fahndungstechnik des Bundeskriminalamts präsentierten Innenminister
Gerhard Karner, Direktor des Bundeskriminalamtes Andreas Holzer und
Helmut Leopold vom AIT Austrian Institute of Technology die
innovative „BioCapture“-Technologie. Diese ermöglicht Polizistinnen
und Polizisten, Fingerabdrücke von Personen, die sich nicht ausweisen
und auf andere Weise nicht eindeutig identifiziert werden können,
direkt vor Ort kontaktlos mit dem dienstlichen Smartphone zu scannen
und mit verschiedenen Datenbanken abzugleichen. Dadurch können
gesuchte Straftäter und illegal aufhältige Personen eindeutig an Ort
und Stelle identifiziert und aus dem Verkehr gezogen werden.

„Die Fahndung nach Kriminellen wird noch moderner, schneller und
effizienter“, betonte Innenminister Gerhard Karner im Rahmen einer
Präsentation der neuen Technologie und sprach über eine „kleine
internationale Sensation“, die Österreich gelungen sei.

„Ein starker Technologie- und Innovationsstandort lebt davon,
dass Zukunftslösungen nicht erst im Bedarfsfall entstehen, sondern
frühzeitig entwickelt werden. Mit der Industriestrategie haben wir
neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder definiert, die für den
Standort Österreich die höchste Bedeutung haben. Dazu zählen auch die
Bereiche KI und Sensorik, die die Basis für das heute vorgestellte
digitale Identitätsmanagement darstellen. Das AIT Austrian Institute
of Technology spielt hier eine entscheidende Rolle, indem es
frühzeitig Innovationen auf den Weg bringt und damit die
technologische Vorreiterrolle und technologische Souveränität
Österreichs stärkt“, erklärte Innovations- und Technologieminister
Peter Hanke.

Schnelle, effiziente und sichere Kontrolle an Ort und Stelle

„BioCapture“ wurde über mehrere Jahre hinweg entwickelt, getestet
und rechtlich in die polizeilichen Anwendungen implementiert. Die
Technologie stellt einen enormen Fortschritt der polizeilichen
Identitätsfeststellung dar und stößt auch international auf großes
Interesse anderer Polizei- und Sicherheitsbehörden.

Die biometrischen Daten (Fingerabdrücke) werden innerhalb weniger
Minuten mit bestehenden Datenbanken abgeglichen – Polizistinnen und
Polizisten können vor Ort feststellen, ob nach Personen gefahndet
wird und ob sie sich rechtmäßig in Österreich aufhalten. Damit
entfällt die Notwendigkeit zusätzlicher Geräte oder – wie bisher
üblich – des Transports von Angehaltenen zu Dienststellen.
Entscheidungen über die weiteren polizeilichen Maßnahmen können
unmittelbar vor Ort getroffen werden – schnell, effizient und
rechtssicher.

Der Einsatz bringt Vorteile für Polizei und kontrollierte
Personen: Für die Polizei bedeutet die neue Technologie eine
deutliche Zeitersparnis im operativen Einsatz und eine spürbare
Reduktion des administrativen Aufwands. Aber auch für Kontrollierte,
die sich nicht ausweisen können, ergibt sich der Vorteil, dass eine
Abklärung vor Ort möglich ist und sie für den Datenabgleich nicht
mehr auf eine Polizeidienststelle mitfahren müssen.

Ein zentraler Aspekt bei der Entwicklung war auch die konsequente
Einhaltung strenger datenschutzrechtlicher und gesetzlicher Vorgaben.
Die erfassten Fingerabdrücke werden ausschließlich für den
unmittelbaren Abgleich verwendet, nicht gespeichert und nach
Abschluss des Vorgangs gelöscht.

Fahndungserfolge während Probebetrieb – bundesweite Umsetzung bis
Jahresende

Seit August 2025 befindet sich die Technologie bei ausgewählten
Polizeieinheiten wie der Fremdenpolizei im Einsatz. Seit Anfang März
2026 ist auch die Bereitschaftseinheit Wien in den Testbetrieb
eingegliedert.

Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamts, zieht eine
positive Bilanz: „Die ersten Ergebnisse sprechen für sich: Bei 643
Kontrollen wurden 170 Treffer im AFIS-System erzielt und mehrere
gesuchte Personen trotz falscher Angaben identifiziert. Es konnte
auch ein mutmaßlicher Drogendealer ausgeforscht und festgenommen
werden.“

Auch die Rückmeldungen aus dem Außendienst sind durchwegs positiv
– insbesondere die einfache Handhabung, die Geschwindigkeit und die
hohe Trefferqualität werden hervorgehoben und erleichtern
polizeiliche Arbeit und Abläufe enorm. Die österreichweite
Ausrollung, damit die Anwendung von allen Polizistinnen und
Polizisten auf ihren Diensthandys genutzt werden kann, ist bis Ende
des heurigen Jahres geplant.

Internationales Interesse an österreichischer Technologie

„BioCapture“ ist eine gemeinsame Entwicklung des
Bundeskriminalamtes mit dem Austrian Institute of Technology (AIT)
und weiteren Forschungspartnern. Die Technologie stößt auch
international auf großes Interesse und wird von Österreich auch bei
einer UNO-Veranstaltung in New York vorgestellt.

„Wir dürfen Technologie nicht einfach einkaufen und damit
Abhängigkeiten schaffen, sondern müssen selbst konsequent an ihrer
Weiterentwicklung arbeiten, um digitale Souveränität zu schaffen und
zu erhalten“, betonte Helmut Leopold, Head of Center for Digital
Safety & Security im Austrian Institute of Technology.

Ein weiterer Entwicklungsschritt ist die Anbindung an europäische
biometrische Systeme ab 2027. Dadurch wird der Zugriff auf einen
Datenbestand von bis zu 400 Millionen Personen möglich – ein
bedeutender Fortschritt für die internationale Polizeizusammenarbeit.