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Korosec @ Felbermayr: Pensionssystem wird laufend angepasst – Anhebung des faktischen Antrittsalters ist das Gebot der Stunde!

Wien (OTS) – „Wer ständig so tut, als ob nichts getan würde bei
unserem
Pensionssystem, ignoriert die gesetzliche Realität. Das
österreichische Pensionssystem befindet sich in einem
kontinuierlichen Anpassungsprozess“, reagiert Ingrid Korosec,
Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, auf das heutige Ö1
Mittagsjournal-Interview von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr. Korosec
verweist dabei auf die Pensionsreform von 2003, die erst 2028 völlig
abgeschlossen sein wird und vor allem durch die lebenslange
Durchrechnung der Beiträge in das Pensionskonto unser Pensionssystem
nachhaltig sicher und finanzierbar gemacht hat. Dazu gehört auch die
bereits laufende, schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters bis
2033 auf 65. Aber auch neue Anpassungen, wie die Korridorpension und
Teilpension sind Reformmaßnahmen beim Pensionssystem.

Faktisches statt gesetzliches Antrittsalter anheben ist „Gebot
der Stunde“

„Eine gesetzliche Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 67
Jahre löst kein einziges Problem, sondern verschiebt die Kosten
lediglich vom Pensionstopf in die Arbeitslosen- und
Krankenversicherung“, warnt die Seniorenbund-Präsidentin: „Das
bedeutet zwei Mal Minus: erstens keine Beitragszahlungen bei,
zweitens, gleichzeitiger Inanspruchnahme von Leistungen aus der
Arbeitslosenversicherung“.

Das wahre Gebot der Stunde sei es nicht, das gesetzliche Alter
abstrakt hinaufzuschrauben, sondern das faktische Antrittsalter näher
an das bestehende gesetzliche heranzuführen. „Wir müssen die Menschen
überhaupt erst einmal gesund im Erwerbsleben halten, bis sie ihr
reguläres Pensionsalter erreichen. Dafür braucht es altersgerechte
Arbeitsplätze in den Betrieben und wirksame Gesundheitsprävention“,
so Korosec.

Gesundheit und Pflege strukturell reformieren

Auch bei den von Felbermayr angesprochenen Gesundheits- und
Pflegekosten verwehrt sich Korosec dagegen, die Generationen
gegeneinander auszuspielen: „Dass die Menschen erfreulicherweise
immer älter werden, darf nicht als finanzielle Drohkulisse genutzt
werden. Wir brauchen eine echte Strukturreform im Gesundheits- und
Pflegesystem. Korosec wiederholt ihre langjährige Forderung:
„Finanzierung aus einer Hand. Damit im System gespart wird und nicht
bei den Menschen!“