Wien (OTS) – Mediation gilt als wirksames Instrument zur
Konfliktlösung, trotzdem
wird sie in Österreich kaum genutzt. Studienergebnisse zeigen, dass
rund zwei Drittel der Österreicher:innen bereits Konflikte hatten,
bei denen professionelle Unterstützung hilfreich gewesen wäre.
Tatsächlich in Anspruch genommen haben eine Mediation aber nur 4,7
Prozent, obwohl jede:r Zweite weiß, dass es die Möglichkeit gibt.
Ob Trennung, Erbschaftsstreitigkeiten, Sorgerecht, Konflikte am
Arbeitsplatz oder Streit in der Nachbarschaft: Mediation bietet die
Möglichkeit, Konflikte außergerichtlich und gemeinsam zu lösen.
Studien zeigen, dass rund die Hälfte aller Mediationen Konflikte
vollständig löst, in einem weiteren Drittel gelingt eine teilweise
Lösung. In 90 Prozent aller vollständig gelösten Fälle kommt es zu
keinem weiteren Konflikt.
Auch gesellschaftliche Entwicklungen zeigen die Bedeutung
professioneller Konfliktlösung: Rund jede dritte Ehe in Österreich
endet mit einer Scheidung und mehr als ein Drittel der Menschen
berichtet von Streitigkeiten rund um Erbschaften. Viele dieser
Konflikte beschäftigen anschließend über Monate oder Jahre die
Gerichte.
Die AVM, Anwaltliche Vereinigung für Mediation und kooperatives
Verhandeln , bietet seit vielen Jahren erfolgreich interdisziplinäre
Mediationsausbildungen in Kooperation an. Nun geht sie erstmals eine
Kooperation mit der Österreichischen Akademie für Psychologie | ÖAP
ein. Gemeinsam bieten sie einen berufsbegleitenden Lehrgang an, der
sich an Psycholog:innen, Rechtsanwält:innen und andere Professionen
richtet. Alle Teilnehmenden erwerben dabei umfassende
Mediationskompetenzen und werden zu Mediator:innen ausgebildet, die
Konflikte professionell, wissenschaftlich fundiert und nachhaltig
begleiten können.
„Konflikte gehören zum Leben. Entscheidend ist, wie wir mit ihnen
umgehen. Mediation eröffnet Menschen die Möglichkeit, auch in
schwierigen Situationen miteinander wieder ins Gespräch zu kommen und
gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Gerade die Verbindung
psychologischer und juristischer Perspektiven schafft dafür besonders
gute Voraussetzungen“, betont Mag.a Christine Priesner MBA,
Psychologin und Co-Leitung des Lehrgangs.
„Nicht jeder Konflikt braucht ein Gerichtsurteil. Mediation eröffnet
die Chance, tragfähige Lösungen zu finden, die von allen Beteiligten
mitgetragen werden. Dafür braucht es hervorragend ausgebildete
Mediator:innen“, sagt Dr.in Karin Gmeiner, Präsidentin der AVM und Co
-Leitung des Lehrgangs.
Weil Konfliktlösung häufig sowohl rechtliche als auch
zwischenmenschliche Dimensionen umfasst, profitieren alle
Teilnehmenden – unabhängig vom Grundberuf – vom interdisziplinären
Austausch. Der dreisemestrige Lehrgang baut auf dem Curriculum der
Zivilrechts-Mediations-Ausbildungsverordnung auf und wird von
erfahrenen Praktiker:innen aus verschiedenen Bereichen der Mediation
geleitet. Er berechtigt zur Aufnahme in die Liste der „Eingetragenen
Mediator:innen“ beim Bundesministerium für Justiz.
Am 25.08.2026 findet ein unverbindlicher Online-Infoabend statt.
Mehr Informationen zum Lehrgang finden Sie hier .