Kollektivvertrag Bewachung: Arbeitgeber-Angebot ist eine Mogelpackung

Wien (OTS) – Heute, Dienstag, fand bereits die zweite
Verhandlungsrunde des
Kollektivvertrags (KV) für private Bewachungsgewerbe statt. Doch von
Arbeitgeberseite war nur kurze Zeit Kompromissbereitschaft zu
erkennen. „Nach einer über fünfstündigen Verhandlung haben sie
abgebrochen. Am Ende des Tages blieb ein Scheinangebot übrig, das
nicht hält, was es verspricht. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten
bekämen damit nur 2,8 Prozent, was unter der rollierenden Inflation
von 3,01 Prozent liegt. Und das bei keinerlei Verbesserung der
Rahmenbedingungen. Das ist nicht das, was wir unter einem
sozialpartnerschaftlichen Austausch verstehen“, berichtet vida-
Verhandlungsleiter Gernot Kopp.

Umsätze in der Bewachung gestiegen
Die Bewachungsbranche floriert. Erst im Vorjahr konnten
Sicherheitsdienstleister ihre Umsätze um rund neun Prozent steigern.
Auch im Rahmen des Eurovision Songcontest wird wieder viel Geld
fließen. „Die Unternehmen sollten nicht nur an ihre Profite denken,
sondern dafür sorgen, ihre bestehenden Mitarbeiter:innen langfristig
zu halten. Ein wertschätzender KV-Abschluss wäre ein guter Anfang“,
so Kopp.

Das Leben ist teurer – Arbeit auch!
Der Kompromissvorschlag der Gewerkschaft vida lag zuletzt bei einer
Lohnerhöhung von 3,5 Prozent. „Mieten, Lebensmittel, Strom, Gas – all
das ist teurer geworden. Unsere Kolleg:innen müssen von ihrer Arbeit
leben und können sich keinen Lohnverzicht leisten. Wir fordern die
Arbeitgeber daher auf, bei der dritten Runde am 27.11. mit einem
vernünftigen Angebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, betont
der vida-Gewerkschafter.