KOBV Österreich begrüßt die Absicherung der Pflegegeld-Valorisierung 2027

Wien (OTS) – Der KOBV Österreich – Der Behindertenverband begrüßt die
von
Sozialministerin Korinna Schumann angekündigte Absicherung der
Pflegegeld-Valorisierung für 2027, die er als dringend notwendig
erachtet. Pflege ist bereits jetzt für viele Betroffene finanziell
kaum mehr leistbar. Ein Grund dafür ist, dass die jährliche Anpassung
an die Inflation erst 2020 im Bundespflegegeldgesetz verankert und
das Pflegegeld davor lange Zeit nicht valorisiert worden ist. „Der
entstandene Wertverlust beträgt schon heute rund 40 Prozent, da wäre
eine neuerliche Nichtvalorisierung ein weiterer Rückschlag gewesen“,
erklärt Franz Groschan, Präsident des KOBV Österreich – Der
Behindertenverband.

Auch hätte die Aussetzung der Inflationsanpassung eine enorme
zusätzliche finanzielle und psychische Belastung für Menschen mit
Behinderungen und ihre Angehörigen bedeutet. „Pflegegeld wird
ausbezahlt, um Menschen mit Behinderungen soweit wie möglich die
notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern und Voraussetzungen für
Selbstbestimmung und Inklusion zu schaffen“, sagt Groschan und
ergänzt: „Das Geld wird sinnvoll genutzt und bedürfnisorientiert
eingesetzt, es wird zum Leben gebraucht. Jeder Cent ist wichtig.“

In Anbetracht der demografischen Entwicklung in Österreich und
der Anzahl an Pflegegeldbezieher:innen – mehr als eine halbe Million
Menschen – muss die Finanzierbarkeit des Systems der Pflegevorsorge
langfristig durch konkrete Maßnahmen abgesichert werden. „Es darf
nicht passieren, dass uns eines Tages das Geld für Pflege fehlt“,
betont Groschan. Der KOBV Österreich – Der Behindertenverband schlägt
in seinem Forderungspapier daher die verbindliche Festlegung des
erforderlichen Steuergeldvolumens im Verhältnis zum BIP sowie das
Abgehen vom ausschließlich budgetfinanzierten System zu einem
komplementären gesetzlichen Pflegesicherungsbeitragssystem vor.

Über den KOBV:

Der KOBV Österreich – Der Behindertenverband setzt sich seit 1945
für die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit
Behinderungen ein. Unser Ziel ist eine barrierefreie, inklusive und
sozial gerechte Gesellschaft für alle.