Klimawandelangepasst Körnerfrüchte – Sorghum als Rohstoff der Zukunft

St. Pölten (OTS) – Die Sicherstellung einer hochwertigen und
zeitgemäßen
Lebensmittelversorgung gewinnt angesichts des Klimawandels und einer
wachsenden Weltbevölkerung an Bedeutung. Das kooperative
Forschungsprojekt „CLIC – Climate-smart grain crops“ des ecoplus
Lebensmittel Cluster Niederösterreich widmet sich dieser
Herausforderung und untersucht das Potenzial von Sorghum, einer
trockenheitstoleranteren Körnerfrucht, für den Einsatz in Backwaren
und weiteren kommerziell erhältlichen Lebensmitteln. Zu den
Projektpartnern zählt die Kuchen-Peter Backwaren GmbH.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner informierte sich kürzlich
gemeinsam mit ecoplus Prokurist Claus Zeppelzauer über das
Kooperationsprojekt.

„Mit innovativen und klimaresilienten Rohstoffen wie Sorghum
schaffen wir die Basis für eine nachhaltige Ernährung der Zukunft.
Forschungseinrichtungen und Betriebe in Niederösterreich leisten hier
Pionierarbeit – und genau diese Innovationskraft zeichnet unser
Bundesland aus. Mit Projekten wie CLIC stärken wir nicht nur die
Ernährungssicherheit, sondern auch die regionale Wertschöpfung. Wenn
wir alternative Kulturen erfolgreich in die Lebensmittelproduktion
integrieren, profitieren Landwirtschaft, Betriebe sowie
Konsumentinnen und Konsumenten gleichermaßen“, betont Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner.

Das FFG-geförderte CORNET-Projekt CLIC betrachtet die gesamte
Lebensmittel-Wertschöpfungskette, von der Sortenauswahl über
Verarbeitungsverfahren bis hin zur Endverarbeitung. Ziel ist es,
einen Beitrag zu leisten, Sorghum als nährstoffreichen und
technologisch einsetzbaren Rohstoff im europäischen Lebensmittelmarkt
zu etablieren. Erste Grundlagen wurden bereits im FFG-Branchenprojekt
Klimatech geschaffen. Unternehmen aus Müllerei, Bäckerei und
Nudelproduktion profitieren dabei von Erkenntnissen, die sie
unmittelbar in ihre Produktentwicklungen einfließen lassen können.

Die Kuchen-Peter Backwaren GmbH aus Hagenbrunn bringt in das
Projekt ihre langjährige Erfahrung in der handwerklichen und zugleich
technologisch anspruchsvollen Backwarenproduktion ein. Das 1964
gegründete Familienunternehmen steht seit Jahrzehnten für Qualität
und verlässliche Partnerschaften. Die Kuchen-Peter Backwaren GmbH ist
größter Krapfen-Bäcker in Österreich. Krapfen sind mittlerweile das
ganze Jahr über sehr beliebt, insbesondere aber während der
Faschingszeit. „Unser Unternehmensleitsatz ist es, Produkte in Top-
Qualität zu einem angemessenen Preis herzustellen. Backwaren sollen
leistbar bleiben – für alle. Ziel ist es, mögliche zukünftige
Preissteigerungen abzufedern und nicht unverhältnismäßig an den
Endkunden weiterzugeben. Um dieses Versprechen auch langfristig
einlösen zu können, ist es notwendig, frühzeitig an Lösungen zu
arbeiten und alternative Rohstoffe wie Sorghum gezielt zu
erforschen“, erklärt Alexander Györgyfalvay, Assistent der
Geschäftsführung Kuchen-Peter Backwaren GmbH.

Im Rahmen des Projekts konnten konkrete Versuche durchgeführt
werden, um das Potenzial von Sorghum in der Praxis zu erproben. Neben
Korngebäck, Brösel und Knödelbrot wurde auch ein Vrapfen (veganes
Fettgebäck) mit Sorghum als Zutat entwickelt. Die ersten
Maschinenversuche haben dabei bereits sehr vielversprechende
Ergebnisse geliefert und gezeigt, dass Sorghum Potenzial besitzt.

Der ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ initiiert gemeinsam mit
innovativen Lebensmittelproduzenten Forschungs- und
Entwicklungsprojekte, um gemeinsam mit der Wissenschaft komplexe
Fragestellungen zu beantworten. Durch die Begleitung innovativer
Projekte stärkt der ecoplus Lebensmittel Cluster NÖ die
Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der heimischen
Lebensmittelwirtschaft. „Das kooperative Forschungsprojekt CLIC
zeigt, wie wir die gegebene Rohstoffvielfalt für den Einsatz in
Lebensmitteln nützen können. Durch den intensiven Austausch von
Lebensmittelwirtschaft und Wissenschaft entstehen nachhaltige
Lösungen. Wir unterstützen Unternehmen dabei, diese Chancen zu
erkennen und erfolgreich umzusetzen“, unterstreicht Claus
Zeppelzauer, ecoplus Prokurist und Bereichsleiter Unternehmen &
Technologie.

Die ecoplus Cluster und Plattformen bilden gemeinsam mit den
Technopolen das NÖ Innovationsökosystem, das von ecoplus umgesetzt
und von der Europäischen Union kofinanziert wird.

Weitere Informationen bei der Wirtschaftsagentur ecoplus, Mag. (
FH) Markus Steinmaßl, Telefon 02742/9000 196 19, E-Mail m.steinmassl@
ecoplus.at