Wien (OTS) – Mosambik zählt zu den Ländern, die am stärksten unter
den Folgen der
Klimakrise leiden. Schwere Überschwemmungen, Dürren und tropische
Wirbelstürme treffen das südostafrikanische Land mit zunehmender
Häufigkeit und Intensität. Anfang 2026 lösten sintflutartige
Regenfälle und überlaufende Staudämme eine der schwersten
Flutkatastrophen seit Jahrzehnten aus: Mehr als 390.000 Menschen
mussten ihre Häuser verlassen, insgesamt waren rund 724.000 Menschen
betroffen. Die Hilfsorganisation CARE leistet mit Unterstützung der
Europäischen Union lebensrettende Hilfe für die Betroffenen.
Besonders schwer traf es die Provinzen Gaza, Maputo und Sofala.
Häuser, Straßen und Infrastruktur wurden zerstört, Vieh verendete,
und mehr als 310.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden
überschwemmt. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind bis heute
spürbar. „Monate nach den Überschwemmungen kämpfen viele Familien
noch immer darum, ihr Leben neu aufzubauen. Sie haben Häuser, Ernten
und Vieh verloren und damit auch das Gefühl grundlegender Sicherheit.
Dank finanzieller Unterstützung der EU helfen wir ihnen, ihre
dringendsten Bedürfnisse zu decken und selbst zu entscheiden, was sie
am meisten brauchen“, sagt Katia dos Santos Dias, CARE-
Länderdirektorin in Mosambik .
„Klimabedingte Katastrophen werden immer häufiger und
schwerwiegender – das verpflichtet uns alle: Wir müssen mit den
betroffenen Gemeinschaften solidarisch sein und dafür sorgen, dass
lebensrettende Hilfe rechtzeitig jene erreicht, die sie am
dringendsten brauchen“, ergänzt Pablo Torrealba, Leiter der
humanitären Hilfe der EU im südlichen Afrika . „Durch unsere
Partnerschaft mit humanitären Organisationen wie CARE unterstützt die
EU besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen dabei, sich nach einer
Krise zu erholen und ihr Leben wieder aufzubauen.“
„Wir dachten, wir würden dort sterben“
Als in Chókwè in der Provinz Gaza der Regen nicht aufhörte,
wurden die Tore des Massingir-Staudamms geöffnet. Das Wasser stieg
innerhalb von Minuten. Die 88-jährige Jobia packte ihre drei
Enkelkinder und flüchtete auf das Dach eines Nachbarhauses. Dort
harrten sie eine Woche lang aus. „Wir hatten nichts außer
Regenwasser. Das Wasser stieg immer weiter, und irgendwann dachten
wir, wir würden dort sterben“, erzählt sie. Jobia und ihre
Enkelkinder überlebten, doch wie Tausende andere Familien standen sie
nach der Flutkatastrophe vor dem Nichts.
Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union verteilt
CARE an Familien wie Jobias Hygieneartikel, Materialien für
Notunterkünfte und Zelte. Betroffene Haushalte erhalten außerdem
Bargeld, damit sie dringend benötigte Güter selbst kaufen können.
Ergänzend informiert CARE über Hygienemaßnahmen, um das Risiko von
Krankheitsausbrüchen zu verringern. Zudem werden Frauen und Mädchen,
die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, gezielt über
Unterstützungsangebote informiert.
Auch Jobia erhielt Hilfe. „Ich konnte erst wieder schlafen, als
CARE mir dieses Zelt gab“, sagt sie. Mit der Bargeldhilfe kaufte sie
Lebensmittel, bezahlte die Schulgebühren ihrer Enkelkinder und
besorgte ihnen Schuluniformen und Sandalen. Ihr nächstes Ziel:
Wellblech und Ziegel für den Wiederaufbau ihres Hauses. Umziehen
kommt für Jobia nicht infrage: „Ich habe keinen anderen Ort, an den
ich gehen könnte.“
Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert und läuft
bis Mitte August 2026. Insgesamt profitieren mehr als 26.400 Menschen
davon.
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