Wien (OTS) – Zum 150-jährigen Jubiläum des NHM Wien präsentiert die
Prähistorische
Abteilung gemeinsam mit der Modeschule KunstModeDesign Herbststrasse
einen Streifzug durch die Geschichte der Kleidung von der Steinzeit
bis ins Frühmittelalter. Moderne Textilkreationen, die ihre
Inspiration aus den Funden des Naturhistorischen Museums Wien, den
Handwerkstechniken, Mustern und Designs der Urgeschichte schöpfen,
richten den Blick in die Zukunft.
Ort: Untere Kuppelhalle, NHM Wien, Maria-Theresien-Platz
Zeit: Freitag, 19. Juni 2026, 19.00 Uhr
Zwtl.: 55 Models – 7 Jahrtausende Modegeschichte
Kleidung spielt im Leben der Menschen eine wichtige Rolle. Seit
der Urgeschichte sind Textilhandwerk und Kleidungsherstellung fest
mit dem Alltagsleben verwoben. Diese Bedeutung zeigt sich in unserem
Sprachgebrauch, etwa durch Redewendungen wie „Fakten werden
verwoben“, „der Geduldsfaden reißt“ oder „blau machen“. Durch die
enge Beziehung zwischen der Kleidung und dem Menschen, der sie trägt,
spiegelt Mode seit jeher Aspekte des Lebens, der sozialen und
wirtschaftlichen Stellung, der Geisteshaltungen ebenso wie die Rolle
der Person wider.
Der interdisziplinäre Ansatz verbindet die Sammlungen des NHM Wien
mit Handwerk und Wissenschaft. Besonderes Augenmerk liegt auf der
Nachvollziehbarkeit der gezeigten Modelle, die anhand
archäologischer, historischer und kunsthistorischer Quellen
entwickelt wurden. Archäologische Funde von Textilresten geben
Einblick in alte Webtechniken, dazu gehören etwa die Gewebe aus dem
Salzbergbau in Hallstatt aus dem Zeitraum zwischen 1.500 und 300 v.
Chr.
„Kleidung in der Urgeschichte wie auch heute ist erst vollständig mit
Accessoires wie Schmuck, Gürteln, Nadeln und Broschen. In den
Sammlungen des Naturhistorischen Museums haben wir herausragende
Objekte, die ein Zeugnis von der hohen Handwerkskunst in
prähistorischen Zeiten geben“, beschreibt Priv.-Doz. Dr. Karina
Grömer, Textilarchäologin und Direktorin der Prähistorischen
Abteilung ihren Zugang. „Beispielsweise sind die mehr als 2.500 Jahre
alten Textilien aus dem Salzbergwerk Hallstatt extrem fein, bunt
gemustert und sehr hochwertig. Durch diese Funde kann man die Web-
und Spinntechniken rekonstruieren – Techniken, die bis heute in
Gebrauch sind, um Dinge des täglichen Bedarfs herzustellen. Gerade
heutzutage, wo Heimwerken und Do-It-Yourself zu einem Trendphänomen
geworden sind, ist es bereichernd, sich mit den alten Techniken und
Design auseinanderzusetzen, die uns Mitteleuropäer seit Jahrtausenden
begleiten. Zudem stellt dies einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des
immateriellen Kulturerbes dar.“
Zwtl.: Catwalk – from the past to the future
Mit rund 40 Kostümen wird ein Querschnitt durch die Kleidung aus
Jahrtausenden gezeigt. Ausgehend von archäologischen Funden aus dem
NHM Wien und historischen Quellen werden Bekleidungen der Stein-, der
Bronze-, der Eisen- sowie der Römerzeit und dem Frühmittelalter
präsentiert.
Danach zeigen Schülerinnen der Modeschule KunstModeDesign
Herbststrasse die Ergebnisse ihres Jahresprojektes „Hallstatt
Revisted – die Hallstattzeit als Inspiration für nachhaltige Mode und
Kunst“. Dabei erforschten sie das Potential urgeschichtlicher
Handwerkstechniken und Designmethoden und gestalteten heute tragbare
Modelle unter Bedachtnahme von Nachhaltigkeit und
ressourcenschonenden Methoden in ihren Designs.
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