Wien (OTS) – Das Künstlerhaus war in den vergangenen Tagen von
verschiedener Seite
Kritik ausgesetzt: Die Ausstellung DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN
zeige blasphemische Kunstwerke, die das Christentum beleidigen. Im
Zuge dessen wurde die Schließung der Schau gefordert.
„Diesen Forderungen nach Schließung sowie auch allen
kunstfeindlichen Äußerungen in diesem Zusammenhang treten wir
entschieden entgegen. In Österreich ist die Freiheit der Kunst ein
verfassungsrechtlich geschütztes Grundprinzip, das die demokratische
Kultur prägt, kritische gesellschaftliche Reflexion ermöglicht und
durch den Staat aktiv unterstützt wird.
Davon abgesehen ist die Verletzung religiöser Gefühle nicht Intention
dieser Schau. Wir respektieren, dass Menschen sich von Kunstwerken
irritiert oder auch gekränkt fühlen. Ob ein Kunstwerk eine
Provokation darstellt, liegt oft im Auge des jeweiligen Betrachters,
der jeweiligen Betrachterin. Viele Besucher*innen, darunter auch
Christ*innen und auch hohe katholische Geistliche waren von der
Ausstellung sehr angetan, es entstanden auch immer wieder stimmige,
tiefgreifende Diskussionen und Gespräche auf Augenhöhe. Diesen
respektvollen Dialog möchten wir auch weiter fördern.“ – Günther
Oberhollenzer, künstlerischer Leiter und Kurator der Ausstellung und
Tanja Prušnik, Präsidentin der Künstlerhaus Vereinigung
Im Zentrum der Ausstellung DU SOLLST DIR EIN BILD MACHEN stehen
Werke von 42 nationalen und internationalen Künstler*innen, die sich
mit kritischem, aber auch mit liebevollem, humorvollem sowie
feministischem Blick der christlichen Ikonografie annähern und neue,
gegenwärtige Sichtweisen auf über Jahrhunderte tradierte Motive
ermöglichen. Dabei geht sie auch der Frage nach, wie stark Formen und
Zeichen der christlichen Bildwelt in unserer säkularen Gegenwart
nachwirken und noch heute Teil eines kollektiven Bildverständnisses
sind. Bis 8. Februar.