Wien (OTS) – Nach der kurzfristigen Bekanntgabe der vom
Bildungsministerium
eingesetzten Lehrplangruppe für Latein von ihrem Auftrag, einen neuen
Lehrplan für Latein in der Oberstufe zu erarbeiten, zurückzutreten,
zeigt sich Generalsekretär Alexander Huber verwundert: „Wir haben in
den vergangenen Wochen sehr konstruktive Gespräche geführt. Es ist
bedauerlich, dass der Weg der konstruktiven Zusammenarbeit so abrupt
verlassen wurde. Die Arbeitsverweigerung der Arbeitsgruppe Latein ist
nicht nachvollziehbar, hält uns aber in der Erarbeitung neuer
Lehrpläne nicht auf.“
Das Bildungsministerium stellt klar, dass es an der Erarbeitung
der Latein-Lehrpläne weiter festhält und diese mit Expertinnen und
Experten aus dem Bereich Latein sowie aus dem Ministerium selbst
erarbeiten wird. Am Zeitplan der Lehrpläne mit Inkrafttreten im
Schuljahr 2027/28 wird ebenfalls nicht gerüttelt.
Grundsätzlich wurden medial für das Ministerium nicht
nachvollziehbare Behauptungen in den Raum gestellt, die auf diesem
Weg deutlich zurückgewiesen werden:
– Latein wird mit mindestens acht Wochenstunden in der Oberstufe
weiterhin zu den umfangreichsten Fächern zählen und einen hohen
Stellenwert genießen. Zudem besteht die Möglichkeit, die
Stundenanzahl schulautonom zu erhöhen.
– Die Sorge um die europäische Vergleichbarkeit ist nicht
nachvollziehbar, da die große Mehrheit der europäischen Staaten
Latein überhaupt nicht mehr verpflichtend auf dem Stundenplan hat.
– Auf die Berücksichtigung sprachlicher und literarischer Bildung
wird im neuen Lehrplan für Deutsch explizit durch die Stärkung
zeitgemäßer Literatur eingegangen.
Generalsekretär Alexander Huber betont die Notwendigkeit einer
umfassenden Lehrplanreform für die AHS-Oberstufe: „Unsere
Schülerinnen und Schüler werden mit neuen Herausforderungen
konfrontiert. Es ist Verantwortung der Schule, sie bestmöglich auf
das Leben vorzubereiten. Das heißt, dass wir dringend das neue
Schulfach „Medienbildung und Demokratie“ benötigen, sowie Informatik
um den Bereich „KI“ erweitert werden muss. Wenn wir neue Fächer
einführen, dann muss auf der anderen Seite auch etwas wegfallen. Das
ist unsere Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern.“