Wien (OTS) – Der Krieg ist zurück in Europa – und mit ihm alte Fragen
nach Frieden
und Gewaltfreiheit. Die neue Dokumentation „Kinder des Friedens“ von
Andreas Dürr, die „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 16. September
2025, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zeigt, gibt Einblick in
die Geschichte der Täufer, einer religiösen Minderheit, die in der
strengen Auslegung seit dem 16. Jahrhundert am Ideal des Pazifismus
festhält. Doch wie tragfähig ist diese Haltung heute noch? In der
Schweiz haben die Täufer ihre ganz eigene Geschichte, die nicht frei
ist von Widersprüchen und Konflikten. Anhand einer realen
Familiengeschichte macht sich der Film auf die Suche nach Antworten.
Um 0.05 Uhr folgt Peter Beringers Film „Päpstlicher als der Papst –
Die Piusbruderschaft“.
„Kinder des Friedens“ – Ein Film von Andreas Dürr (ORF-
Bearbeitung: Sabine Aßmann)
Mitten in der Schweiz entsteht im 16. Jahrhundert eine Bewegung,
die kompromisslos auf Gewaltverzicht setzt: die Täufer oder
Mennoniten. Sie werden verfolgt, vertrieben und hingerichtet, dennoch
halten sie an ihrer Überzeugung fest, sich allein am Evangelium zu
orientieren. Kein Wehrdienst, keine Kindertaufe, kein Pakt mit Staat
oder Kirche – ihr Glaube macht sie zu Außenseitern. Die Dokumentation
begleitet Jürgen Gerber, der in einer traditionsreichen Täuferfamilie
im Berner Jura aufwuchs, und verbindet seine persönliche Geschichte
mit den Stimmen von Expertinnen und Experten. Es entsteht ein
facettenreiches Bild jener religiösen Bewegung, das von den ersten
Gemeinden über Zeiten der Verfolgung und Isolation bis ins Heute
reicht. Vergangenheit und Gegenwart zeigen dabei eindringlich:
Gewaltfreiheit fällt auch jenen Menschen schwer, die sich dazu aus
religiöser Überzeugung bekennen. Wie viel Anpassung und Kompromiss
also verträgt eine Gemeinschaft, die Gewalt eigentlich ablehnt? Und
was bedeutet es heute, pazifistisch zu leben?
Gerade angesichts des Krieges in der Ukraine und zahlreicher
weltweiter bewaffneter Konflikte gewinnen diese Fragen auch
realpolitisch neue Dringlichkeit. Kann der Pazifismus im 21.
Jahrhundert noch eine Antwort sein? Oder ist er ein unerreichbares
Ideal, das an den komplexen Realitäten moderner Konflikte zerbricht?
Die Dokumentation macht deutlich: Die Geschichte der Täufer ist mehr
als ein Kapitel der Reformation – sie lässt sich vielmehr sehr gut
als Spiegel aktueller Debatten lesen. Debatten über Frieden,
Sicherheit, Toleranz und die Grenzen religiöser Überzeugung.
„Päpstlicher als der Papst – Die Piusbruderschaft“ – Ein Film von
Peter Beringer
Die Piusbruderschaft, 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre
gegründet, sieht die katholische Kirche auf einem Irrweg des
Modernismus und lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils
als zeitgeistige Verwässerung des katholischen Glaubens ab. Ihr
Festhalten an der alten tridentinischen Liturgie ist nur das
deutlichste äußere Merkmal ihrer innersten Überzeugungen. Dennoch
laufen seit vielen Jahren Gespräche mit dem Vatikan, um die volle
Einheit der einst exkommunizierten Bruderschaft mit der katholischen
Kirche wieder herzustellen – bisher ohne Durchbruch. Nach welchen
Prinzipien leben die Mitglieder der Piusbruderschaft – Priester und
Laien – und wie begründen sie ihre Sicht auf Kirche, Welt und
Gesellschaft? Der Film von Peter Beringer geht diesen Fragen nach und
skizziert dabei auch die schwierige Geschichte der Beziehung zu Rom.