Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien: Wien braucht dringend zentrale trägerübergreifende Verteilungsstelle für Akutfälle

Wien (OTS) – „Die Grippewelle sowie die vergangenen Feiertage haben
wieder einmal
gezeigt, dass es in Wien an einer zentralen Verteilungsstelle für
Krankenhausbetten mangelt“, stellt Eduardo Maldonado-González,
Vizepräsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien und Obmann
der Kurie angestellte Ärzte, fest. Aufgrund von Verteilungsproblemen
zwischen den Krankenhäusern in Wien kommt es derzeit zu
Mehrbelastungen von einzelnen, vor allem internen, Abteilungen.
„Patientinnen und Patienten, die eigentlich unfallchirurgisch oder
internistisch betreut werden müssten, liegen vielfach aufgrund von
Kapazitätsüberschreitungen auf anderen Abteilungen“, erklärt
Maldonado-González.

Im Winter kommt es zu einer maximalen Belegung von Spitalsbetten,
da die Feiertage sowie die Grippesaison immer eine große
Herausforderung für das Gesundheitssystem darstellen. Umso wichtiger
wäre daher eine zentrale trägerübergreifende wienweite
Verteilungsstelle. „Es kann nicht die Aufgabe der Spitalsärztinnen
und -ärzte sein, in der kalten Jahreszeit täglich einen großen Teil
ihrer Arbeitszeit damit zu verbringen, ein geeignetes Bett für ihre
Patientinnen und Patienten zu finden“, sagt Lisa Leutgeb, 1.
Stellvertretende Obfrau der Kurie angestellte Ärzte der Kammer für
Ärztinnen und Ärzte in Wien. „Es braucht eine Stelle, wo zentral
Informationen gebündelt werden, welche Betten wo noch belegbar sind.
Somit könnten die Kapazitäten der Spitäler in Wien effizienter
genutzt werden.“

Ein zentrales System, das einen transparenten Überblick gibt,
führt zu einer Entlastung der einzelnen Häuser sowie des
Spitalspersonals. Es erfasst freie und belegte Betten und weist
Patientinnen und Patienten optimal zu. Damit können Wartezeiten
verkürzt, Effizienzen gesteigert und eine schnelle und
bedarfsgerechte Patientenversorgung sichergestellt werden. „Eine
Stelle mit gebündelten Informationen und Koordination wäre eine große
Arbeitserleichterung, weil das lange Herumtelefonieren wegfällt. So
hätten Ärztinnen und Ärzte wieder mehr Zeit für ihre eigentliche
Aufgabe – nämlich die bestmögliche Versorgung ihrer Patientinnen und
Patienten“, betont Maldonado-González.