Wien (OTS) – Der Jugendinformationsmonitor 2026 der Österreichischen
Jugendinfos
zeigt: Die Art und Weise, wie junge Menschen nach Informationen
suchen, verändert sich derzeit grundlegend. Junge Menschen erwarten
heute sofort nutzbare Antworten statt langer Ergebnislisten. Die
klassische (Google) Suche bekommt dabei zunehmend Konkurrenz durch KI
-basierte Suchanwendungen und verliert an Stellenwert.
Dieser Wandel zeigt sich deutlich in den Ergebnissen der
diesjährigen Befragung unter mehr als 1.000 jungen Menschen sowie
ergänzenden Fokusgruppen. Google bleibt zwar die wichtigste
Suchmaschine und der häufigste Einstiegspunkt. Gleichzeitig nutzt die
große Mehrheit der Jugendlichen bereits KI-Applikationen. Betrachtet
man alle KI-basierten Suchmöglichkeiten zusammen, nutzen fast 9 von
10 KI-basierte Suchanwendungen, wodurch die klassische (Google) Suche
zunehmend ergänzt wird und an Stellenwert verliert.
„Ein zentraler Grund liegt in der Geschwindigkeit und
Effektivität: KI liefert Antworten, die direkt weiterverwendet werden
können – ohne lange selbst die wirklich passende Information
zusammensuchen zu müssen“ , erklärt Aleksandar Prvulović,
Geschäftsführer bei den Österreichischen Jugendinfos.
Jugendforscher Manfred Zentner von Social Identity Research
ergänzt: „Auffällig sind Unterschiede nach Alter bei den Befragten:
–
Jüngere Jugendliche bis etwa 14 Jahre greifen besonders häufig
direkt auf KI zurück.
–
In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen zeigt sich eine
Kombination aus KI und klassischen Suchmaschinen, v. a. Google.
–
Ab etwa 20 Jahren werden klassische Suchmaschinen weiterhin
vorrangig verwendet.
–
Ein weiterer Trend: YouTube verliert insbesondere bei jüngeren
Jugendlichen an Bedeutung als Suchmaschine im Vergleich zu anderen
Suchwegen.”
Die Umfrage-Ergebnisse zeigen: In der Gesamtbetrachtung aller KI-
basierten Suchmöglichkeiten wird ihre deutlich gestiegene Bedeutung
im Vergleich zur klassischen Suche klar erkennbar. So nutzen bis 14-
Jährige deutlich häufiger Anwendungen wie ChatGPT und die Google KI-
Suche („Übersicht mit KI“) als die klassische Suche. Auch die 15- bis
19-Jährigen verwenden KI-basierte Suchmethoden bereits intensiv und
in Kombination mit klassischen Suchmaschinen.
Für Jugendforscher Zentner verschiebt sich dabei nicht nur
zunehmend die Art und Weise, wie Informationen gefunden und
verarbeitet werden. Es verändert sich vor allem auch die Art der
Suche: „Während bei Google meist mit Stichwörtern gearbeitet wird,
formulieren Jugendliche ihre Fragen an KI-Systeme zunehmend in ganzen
Sätzen und Fragen – ähnlich wie in einem Gespräch.“
KI wird vor allem für praktische Aufgaben eingesetzt –
insbesondere für schulische Anwendungen wie Zusammenfassungen,
Erklärungen oder Präsentationen, aber auch für Alltagsfragen.
Prvulović von den Österreichischen Jugendinfos macht jedoch auf
eine wichtige Unterscheidung aufmerksam: „Zwar war es noch nie so
einfach, schnell zu Antworten zu kommen – gleichzeitig wird es immer
anspruchsvoller, diese richtig einzuordnen.“ Die qualitativen
Ergebnisse zeigen so auch, dass Jugendliche KI-Tools im Alltag aktiv
nutzen und dabei unterschiedliche Strategien im Umgang mit
Informationen anwenden – etwa durch ergänzende Recherche oder den
Rückgriff auf andere Informationsquellen.
Die Ergebnisse machen deutlich: Medienkompetenz wird im Zeitalter
der Künstlichen Intelligenz zur Schlüsselkompetenz.
Über die Österreichischen Jugendinfos
Die Jugendinfos sind die österreichischen Fachstellen für
jugendgerechte Informationsaufbereitung und -vermittlung. Sie bieten
kostenlose Erstberatungen und Publikationen zu jugendrelevanten
Themen. Als eine weitere Hauptaufgabe sehen es die Jugendinfos an,
die KI- & generelle Medienkompetenz von jungen Menschen zu fördern
und führen hierzu Schulworkshops und weitere Aktivitäten durch. 2025
haben die Jugendinfos rund 150.000 Anfragen bearbeitet. Zusätzlich
wurden die Online-Angebote ca. 4,3 Millionen Mal genutzt und über
260.000 Publikationen verteilt. Weitere Informationen zu den
Tätigkeiten und zur Wirkung der Österreichischen Jugendinfos finden
sich auf www.jugendinfo.at .