Wien (OTS) – „Mädchen und junge Frauen im Globalen Süden sind
weiterhin
überproportional von Bildungsbenachteiligung betroffen. Dabei ist
Bildung der wichtigste Schlüssel für Gleichberechtigung“ , erinnert
Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen
Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt , anlässlich des
Weltfrauentags am 8. März. Schätzungen der UNESCO zufolge, gehen
weltweit bis zu 133 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Der Großteil
der benachteiligten Mädchen lebt in Subsahara-Afrika. „In den Ländern
südlich der Sahara bleibt etwa jedes fünfte Mädchen im
Grundschulalter vom Schulbesuch ausgeschlossen“ , erläutert Heiserer.
„Ein Schwerpunkt unserer geförderten Projekte liegt daher seit der
Gründung von Jugend Eine Welt auf der Schul- und Berufsausbildung für
Mädchen und Frauen. Denn Bildung ermöglicht ein selbstbestimmtes
Leben und überwindet Armut.“
Jugend Eine Welt unterstützt Berufsbildungszentren für Frauen
Jugend Eine Welt unterstützt insgesamt fünf Berufsbildungszentren der
Salesianer Don Boscos in Uganda und Ruanda. Diese bieten jungen
Menschen aus benachteiligten Gesellschaftsgruppen eine qualitativ
hochwertige technische Ausbildung. Die 23-jährige Kwagala Gorret hat
dank dieser den Weg in ein selbstbestimmtes Leben gefunden. „Ich bin
mit drei Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Mein
Vater ist früh gestorben, deshalb lag es an meiner Mutter für unser
finanzielles Überleben zu sorgen“ , erzählt Kwagala aus Uganda. „Mit
Ackerbau und dem Verkauf von Gemüse kämpfte sie dafür uns eine
Schulbildung zu ermöglichen.“ Als junges Mädchen kam Kwagala in
Kontakt mit dem von Jugend Eine Welt geförderten Don Bosco-
Berufsausbildungsprogramm. Kwagala erhielt eine Ausbildung in
Elektrotechnik, sammelte erste Berufspraxis und eröffnete 2024 ihr
eigenes Unternehmen in Kamuli, einer 67.000 Einwohnerinnen und
Einwohner zählenden Stadt im Osten Ugandas. „Mit dem Verkauf von
Elektro- und Solarprodukten komme ich auf einen monatlichen Umsatz
von knapp 120 Euro. Dazu kommen noch Einnahmen von
Installationsarbeiten vor Ort von rund 100 Euro. Somit kann ich auch
meinen Teil beisteuern, damit meine Geschwister eine Schulausbildung
erhalten“ , freut sich Kwagala.
Gleiche Chancen für Frauen und Männer
1.600 Frauen bilden knapp ein Drittel der 4.000 Studierenden in den
von Jugend Eine Welt und der Austrian Development Agency (ADA) im
Rahmen von International Partnerships Austria geförderten fünf
Berufsbildungszentren in Uganda und Ruanda. Da weibliche
Absolventinnen es besonders schwer haben, in den von Männern
dominierten Branchen, wie zum Beispiel Solartechnik, Elektrotechnik
oder Installateurarbeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, erhalten sie
dank der Unterstützung von Jugend Eine Welt und der ADA konkrete
Hilfe. Die Jugend Eine Welt-Projektpartner optimieren stetig das
Ausbildungsprogramm an den Berufsbildungszentren, um dieses an den
Arbeitsmarkt anzupassen. Gleichzeitig liegt ein Fokus auf der
Förderung und Unterstützung weiblicher Studentinnen. Dazu werden
geschlechtsspezifische Barrieren an den Ausbildungsstätten beseitigt
und gendergerechte, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete
Ausbildungsmodule entwickelt. „Das Programm ‚Gender Matters for Green
TVET‘ hat die Don Bosco TVET-Zentren zu einem Ort gemacht, an dem
sich alle Jugendlichen willkommen, umsorgt und unterstützt fühlen, um
ihre Träume zu verwirklichen. Es hat sich gezeigt, dass Mädchen und
Buben mit einem unterstützenden Umfeld, der richtigen Einstellung und
erworbenen Fähigkeiten im TVET-Bereich und auf dem Arbeitsmarkt
erfolgreich sein können. Wir bedanken uns herzlich bei Jugend Eine
Welt und der ADA für die technische und finanzielle Unterstützung“ ,
so Jugend Eine Welt-Projektpartner Mutala Innocent .
Bildung bedeutet Schutz vor Ausbeutung
„Bildung für Frauen im Globalen Süden bedeutet: Schutz vor
Ausbeutung, vor früher Verheiratung und vor Perspektivlosigkeit.
Frauenförderung heißt für Jugend Eine Welt aber auch, sichere
Lernorte zu schaffen und junge Frauen gezielt zu ermutigen, Berufe zu
ergreifen, die traditionell als ‚Männerdomänen‘ gelten – etwa im
technischen Bereich. Wenn Mädchen erleben, dass sie Fähigkeiten
entwickeln und wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können,
verändert das nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihr
gesellschaftliches Umfeld“ , so Heiserer. „Zusammengefasst: Wer in
die Bildung von Mädchen und jungen Frauen investiert, investiert in
Stabilität, in wirtschaftliche Entwicklung und in eine gerechtere
Zukunft.“
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
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steuerlich absetzbar!
Weiterführende Informationen: www.jugendeinewelt.at