Wien/Adwa (OTS) – „Anlässlich des Weltwassertages wird immer wieder
betont: Wasser ist
ein Menschenrecht. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären
Einrichtungen ist die Voraussetzung für ein gesundes,
menschenwürdiges Leben. Doch in vielen Ländern unserer EINEN Welt ist
das sechste nachhaltige Entwicklungsziel (SDG6) nur ein Satz auf dem
Papier. Blicken wir zum Beispiel in die Krisenregion Tigray, im
Norden Äthiopiens. Hunderttausende Menschen sind dort auf fremde
Hilfe angewiesen, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen“ , erinnert
Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen
Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt , anlässlich des
„Weltwassertag“ am 22. März. Gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos
hat Jugend Eine Welt nach dem Ende des Bürgerkriegs in der Region
Tigray daher mehrere Wasserentnahmestellen saniert und neu errichtet.
Damit soll der Zugang zu lebensnotwendigem Trinkwasser sichergestellt
werden. Allein in Adwa, einer Stadt mit rund 44.000 Einwohnerinnen
und Einwohnern, versorgt ein neu errichteter Brunnen täglich über
10.000 Menschen mit Wasser.
Wasser für die Bevölkerung rund um die Uhr
Die Trinkwasseranlage wurde auf dem Gelände der Salesianer Don Boscos
in Adwa errichtet und arbeitet vollständig solarbetrieben. „Die
Wasserentnahmestation steht allen Bewohnerinnen und Bewohnern von
Adwa rund um die Uhr frei zur Verfügung, um sauberes Wasser zu
erhalten“ , erklärt Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator von
Jugend Eine Welt . „Jeder kann so viel Wasser entnehmen, wie er für
Trinken, Kochen oder Hygiene benötigt.“
Neben den Wasserentnahmestellen umfasst das von der Austrian
Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships
Austria unterstützte Projekt auch Sanitäranlagen sowie eine
Abwasserentsorgung. „Toiletten wurden errichtet, zusätzlich
entstanden Duschanlagen. Alles barrierefrei, damit Kinder, ältere
Menschen oder Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen – darunter
viele Kriegsversehrte – dauerhaft und würdevoll Zugang haben“ , so
Wedan. Zusätzlich wurden an weiteren Standorten in Adwa, Shire und
Mekele weitere Brunnen saniert. Von dort aus wird auch Trinkwasser in
weiter entfernte Lager für Binnenvertriebene transportiert. Eigens
angemietete Wassertankwagen bringen bis zu 20.000 Liter Trinkwasser
in die Camps, da die Geflüchteten – in der ganzen Tigray-Region
handelt es sich um eine Million Menschen – sonst weite Wege
zurücklegen müssten. „Die Versorgung wird jedoch immer schwieriger,
weil Treibstoff sehr teuer und knapp ist. Gründe sind Einschränkungen
durch die Regierung bei der Benzinabgabe und der Iran-Krieg, der dazu
führte, dass an Tankstellen aktuell gar kein Benzin mehr erhältlich
ist“, berichtet Wedan, der sich erst kürzlich selbst ein Bild von der
Situation vor Ort machte.
Dramatische Zustände in Flüchtlingslagern
Jugend Eine Welt engagiert sich seit über 20 Jahren in der Tigray-
Region in der Bildungs- und Entwicklungsarbeit. Vor allem die
erfolgreiche Ausbildung von jungen Frauen und Männern im Bereich der
Elektro- und Solartechnik bildete viele Jahre einen wichtigen Teil
des Förderprogramms. Doch seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr
2020, der schließlich zwei Jahre dauerte und die Region in eine
humanitäre Krise stürzte, unterstützt Jugend Eine Welt die Don Bosco-
Partner vorwiegend bei dringend notwenigen Nothilfeprojekten.
Denn die Lage der Bevölkerung bleibt dramatisch. In den Lagern
für Binnenvertriebene fehlt es an Wasser, Nahrung, Medikamenten und
hygienischen Einrichtungen. Oft steht nur eine Toilette für Tausende
Camp-Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung. „Da Wasser ohnehin
schon ein Luxusgut ist, wird es natürlich nicht zur Reinigung der
Toiletten eingesetzt. Der Gestank ist unmenschlich. Und noch viel
schlimmer: Die sanitären Verhältnisse sind lebensgefährlich“ ,
erzählt Br. Tedros Hawku, Projektpartner von Jugend Eine Welt , bei
seinem Besuch in Wien. „Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene und
verunreinigtes Wasser entstehen, nehmen zu. Infektionen breiten sich
aus, dazu kommen Fälle von Cholera. Viele Menschen können sich keine
medizinische Behandlung leisten.“
Ihre Spende sichert Überleben!
Dementsprechend herzzerreißend sind die Begegnungen mit den
notleidenden Menschen. „Viele haben ihre Hoffnung verloren. Sie
wissen, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind und hoffen, dass
sie zumindest mit Wasser und Brot versorgt werden“ , schildert Wedan.
Erst vor wenigen Tagen traf eine neue Hilfslieferung von Jugend Eine
Welt in Adwa ein. Dank 4.700 Kilogramm Mehl können in den nächsten
Wochen täglich 3.000 Brote gebacken werden, die sofort an die
hungernden Menschen, vor allem an Kinder, verteilt werden. „Bitte
helfen auch Sie mit Ihrer Spende. Sie sichert Überleben!“ ,
appelliert Heiserer.
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
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