IV: Vor Chancen durch Mercosur-Handelsabkommen nicht die Augen verschließen

Wien (OTS) – Für die Industriellenvereinigung (IV) ist die Umsetzung
des
Handelsabkommens zwischen der EU und der Mercosur-Region wesentlich,
um der heimischen Wirtschaft einen dringend notwendigen Impuls zu
geben. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das Abkommen sieht vor,
dass rund 91 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte in die Mercosur-
Staaten schrittweise abgebaut werden. Laut Europäischer Kommission
bedeutet das für EU-Unternehmen jährliche Einsparungen von bis zu
vier Milliarden Euro. Studien zufolge könnten die europäischen
Exporte in die Region um 39 Prozent steigen. Der Export ist für die
österreichische Wirtschaft wesentlich: Er sichert 1,2 Millionen
Arbeitsplätze und 25 Prozent der Staatseinnahmen.

In für die österreichische Wirtschaft schwierigen Zeiten brauchen
wir Wirtschaftsimpulse, die ohne Kostenbelastung richtige Impulse
setzen können – angesichts dessen ist die Kurzsichtigkeit der
Landwirtschaftsvertreter und auch die Haltung der Bundesregierung
unverständlich.

Der Deal ist ein gut verhandeltes Abkommen und liegt fertig auf
dem Tisch. Die vom Bauernbund ursprünglich befürchteten Verwerfungen
sind nun in weiteren Schleifen auch berücksichtigt worden und wurden
mehrfach abgesichert: durch Kontingentierungen bei Rindfleisch,
engmaschigen Import-Kontrollen, Kontrollen bei der Produktqualität
sowie finanzielle Absicherungen in der Höhe von 6,3 Milliarden Euro
im mehrjährigen EU-Finanzrahmen. Diese Zugeständnisse muss auch der
Bauernbund zur Kenntnis nehmen und seine unverständliche
Blockadehaltung ändern.

Gerade aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre –
insbesondere die Pandemie, der russische Angriffskrieg, die
protektionistische Politik der USA sowie die chinesischen
Exportrestriktionen – muss sich Europa dringend bei seinen
Lieferketten breiter aufstellen und Abhängigkeiten reduzieren.